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  • Opus Diaboli

mehr als 1000 Beiträge seit 18.01.2010

Jebsen macht genau das, was er an den Massenmedien kritisiert

Im Artikel ist bereits vieles geschrieben, was es zu Jebsen zu schreiben gibt. Was mir aber seit langem sehr negativ bei Jebsen auffällt: er macht genau das, was er an den etablierten Medien seit langem kritisiert: er ist manipulativ, seine Fragen in Interviews sind oft suggestiv. Wenn er sagt, er lässt ein breites Meinungsspektrum zu, dann versteckt sich dahinter meist ein Hang zu Verschwörungstheorien. Denn ein breites Meinungsspektrum befreit jemanden, der sich selbst bei jeder Gelegenheit Journalist nennt, nicht von seiner journalistischen Sorgfaltspflicht.

Jebsen verstößt beinahe gegen jeden Aspekt des Pressekodexes [1]. Zwei Punkte möchte ich hier, da passend zum Artikel, zitieren:

14. Medizin-Berichterstattung
Bei medizinischen Themen ist eine unangemessene sensationelle Darstellung zu vermeiden, die Hoffnungen oder Befürchtungen beim Leser erwecken könnten. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.

Jebsen weckt aber durch seine permanente Verharmlosung des Virus die Hoffnung, das sei alles eher harmlos, wir bräuchten uns keine Sorgen machen. Was aber keineswegs so sicher scheint, wie es Jebsen immer darstellt.

Um dann aber die angeblichen Folgen beim Verstoß gegen die Kontakteinschränkungen um so drastischer und - wichtig - wahrheitswidrig zu schildern, wie bereits im Artikel dargestellt. Hier zitiere ich noch einmal einen Punkt des Pressekodex, jeder Leser mag selbst entscheiden, ob Jebsen sich auch nur ansatzweise daran hält:

2. Sorgfalt
Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen. Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.

Und nein, der Pressekodex ist nicht nur was für die "Systempresse". Er ist das Fundament einer guten Berichterstattung. Weiterhin bin ich mir im Klaren darüber, dass gerade die etablierten Medien nicht selten gegen diesen Kodex verstoßen, in der einen oder anderen Form. Wer aber, wie Jebsen, permanent darauf hinweist, zu den "alternativen" zu gehören, mithin mit dem Anspruch, alles besser zu machen, muss sich auch gefallen lassen, an denselben Maßstäben gemessen zu werden. Und hier versagt Jebsen völlig.

Außerdem empfinde ich ihn als affektiert und egomanisch. Aber dafür kann er vermutlich nichts und das sollte bei der Bewertung journalistischer Qualität keine Rolle spielen, bestenfalls mag sein Gehabe als störend empfunden werden. Es sollte keine Rolle spielen, tut es aber leider doch, denn sein Hang zum theatralischen, melodramatischen hat unzweifelhaft auch einen negativen Einfluss auf seine Berichterstattung.

Quelle:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Pressekodex

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (18.04.2020 21:33).

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