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  • Artur_B

mehr als 1000 Beiträge seit 09.09.2004

Ein Drittel wandert in den Müll?

Womit ja gesagt wird, man habe früher diese Verluste nicht gehabt. Nichts falscher als das. Verluste von bereits geernteten Früchten erreichten früher bis zu 80 Prozent, durch Fäulnis, Dürre und Ungeziefer. Diese Verluste entstehen heute beim Verbraucher, der ja in einem gewissen Dilemma steckt. Denn er soll ja möglichst viel einkaufen, um Benzin zu sparen. Dann ist ein Mangement notwendig, Verluste zu vermeiden. Was eben nicht immer klappt. Daraus nun eine sytembedingte Verschwendungssucht zu konstruieren, ist schon kühn. Denn der Kapitalismus hat heute durch schnelle Ernte, Kühlketten und geeignete Lager kaum noch Verluste. Auch beim Kapitalismus gilt die Unschuldsvermutung, bis er etwas ausgefressen hat. Hat er aber nicht, vielmehr der Konsument und zwar seinen Teller nicht. Wollen wir mal festhalten.

Schon eher kritikwürdig ist, dass Lebensmittel von Supermärkten weggeworfen werden. Müssen sie, denn wenn sie beispielsweise immer Bananen anbieten wollen, dann müssen sie über dem Durchschnitt des Verkauften bestellen, weil der Bedarf schwankt und die Bananen nie ausgehen dürfen. Dieses Problem gab es immer und es war früher schlimmer. Und heute wandert die faule Banene in die Biogasanlage und macht Strom. Wo ist jetzt die Tragik?

Solang die Kapitalismuskritik in den Händen der Verzichtsprediger liegt, zielt sie immer daneben. Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen, denn was man dem Kapitalismus wirklich vorwerfen kann, bleibt dann unerwähnt.

Und der obrerste aller Verzichtsprediger ist natürlich Werner Sombart. Schon interessant, was für Figuren hier auf TP so völlig unkritisch zitiert werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Sombart#Wirken

Gruß Artur

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (14.08.2017 22:26).

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