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  • victa

403 Beiträge seit 05.03.2017

Thema verfehlt

Die Beobachtung das auch in der Ernährung alles zum modischen "Trend" und "Hype" gemacht wird um Geltungsdrang und Kapitalvermehrung zu steigern ist richtig - und eigentlich nicht überraschend, wenn man bedenkt in welchem System wir eigentlich leben.
Anstatt aber dies zu hinterfragen, bietet Uwe Knop mit seiner Ideologie der "intuitiven Ernährung" auch nur einen weiteren Modetrend an der genau dem gleichen Zweck dient.
Zudem beschränkt sich seine Kritik an Ernährungstrends einzig und allein auf den Aspekt der Gesundheit. Es gibt aber neben diesem Aspekt auch ökonomische, ökologische und ethische Aspekte, die man keinesfalls unter den Teppich kehren sollte.

So dienen der Einsatz von Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern wie es bei vielen Industrieprodukten üblich ist, letztendlich der Kundentäuschung und stellen somit eine Qualitätsminderung dar, da die eingesparten Kosten an hochwertigeren Zutaten selten an den Kunden durchgerreicht werden sondern der Profitsteigerung im Sinne des ewigen Wachstums dienen. Zudem werden auch Substanzen eingesetzt die Sucht und Abhängikeit zu einem Produkt erzeugen sollen. Insbesondere Zucker aber auch verschiedene Geschmacksverstärker spielen hierbei eine Rolle. Hierbei muss man berücksichtigen, dass in industrialisierten Gesellschaften ein Überfluss herrscht, wie es ihn in der Natur so nie gegeben hat. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die natürliche Angst vor Mangel ausgenutzt und eine Überzogene Drohkulisse vor Verboten und Verzicht aufgebaut wird, um so eine ernsthafte und eigentlich bitter nötige Diskussion im Keim zu ersticken, darüber wie wir mit unserem Überfluss umgehen wollen.

Und last but not least: vor allem beim Verzicht auf Fleisch und tierischen Produkte dürften ethische und ökologische Motive eine weitaus größere Rolle spielen als gesundheitliche. Und schon lange bevor Vegetarismus und Veganismus zum modernen Trend wurden, hat die Werbemaschine der Ernährungsindustrie einen religösen Kult aus dem Konsum von Fleisch- und Milchprodukten gemacht (und sie tun es immer noch). Das ist weder gut noch böse, sondern kapitalistische Realität die selbst wohl offenbar nicht mehr in Frage gestellt werden darf/soll.

Lange Rede kurzer Sinn:
Uwe Knops Thesen und sein Buch bieten entgegen den Verspechungen des Autors keine Lösung sondern sind selbst Teil des Problems. Und damit liegt er ja voll im Trend der Zeit, wenn man sich mal anschaut wie mit Problemen in anderen Bereichen umgegangen wird.

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