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Nationalstolz

Ich halte Nationmalstolz generell für kindisch. Er verstellt den
Blick auf die Wirklichkeit und nationaler Pomp kostet in der Regel
nur viel Geld und bringt nichts. Siehe Frankreich, das Land der
teuren Hobbies, das glaubt, sich als Großmacht aufführen zu müssen
oder Großbritannien, das allerdings ausgerechnet von Herrn Rumsfeld
in einem Versprecher (wir brauchen die Briten eigentlich nicht im
Irak) unliebsam auf den Boden der Wirklichkeit herabgeholt wurde.

Ich bin weder stolz, Deutscher, Europäer oder sonst etwas zu sein,
weil es nicht meine eigenen Leistungen sind, auf die ich stolz sein
kann, dass ich zu diesen Gruppen von Menschen gehöre. Die eigene
Kulur respektiere ich (wie auch andere Kulturen, aber nicht jede
andere Kultur).

Ich kann daher auch den Nationalstolz anderer Völker nicht
nachvollziehen und auch nicht den Stolz der Europäer auf ihre
abendländische Kultur. Wir können stolz sein auf das Unternehmen
Europäische Integration, aber nicht auf die Ursache dieses Projektes,
die Kriege 1914/18 und 1939/45. Auch unsere christliche Tradition ist
durch den Hexenwahn befleckt, also nicht unbedingt ein Grund für
Stolz, dem wahren Glauben anzuhängen.

Zu Hohmann:
Ich halte Hohmanns Rede aus mehereren Gründen für gefährlich: Es ist
eine akademische Diskussion, dass er die Juden nicht als Tätervolk
hingestellt hat, die Leute haben ihn so verstanden, dass man Juden
als Tätervolk bezeichnen kann, wenn man deutsche als Tätervolk
bezeichnet. Außerdem kam Hohmann am Schluss seiner Rede nicht etwa zu
dem Fazit, dass es keine Tätervölker geben könne, sondern dass die
Gottlosen - also wohl Atheisten und Agnostiker - das wahre Tätervolk
seien. Das heißt ja wohl, Hohmann lehnt Kollektivschuld generell
nicht ab. Außerdem wäre eine russische Übersetzung seiner Rede meiner
Meinung nach Wasser auf die Mühlen russischer Antisemiten. 
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