Avatar von core21
  • core21

356 Beiträge seit 07.08.2002

Rezension

Das letzte Drittel ist dem Buche selber seltsam fremd., 3. September
2003
Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent 

Die Beschreibung des Soldatenlebens und die Veränderung des Menschens
und seiner Seele hat Willy Peter Reese perfekt beschrieben. Auch die
Verwandlung der sich schützenden Persönlichkeit, der Versuch der
Bewahrung des eigenen Ich's sind trefflich erfasst worden. Die
Gleichgültigkeit gegen über dem Leben und den "Heldentaten" die
daraus oder aus dem Alkohol entstehen auch diese erfasst das Buch
sehr gut. Dieser Teil verdient sogar 5 Sterne.
Die geschichtlichen Hintergrundinformationen sind hilfreich für den
Kontext dieses Buch, aber die politische Ausdeutung seiner Gedichte
und die Rekonstruktion seiner Gedanken wirken unpassend. Erst liest
man das "Tagebuch" eines Abiturienten dem die Jugend geraubt wurde,
der all seine Hoffnung verliert und dann auch sein Leben, dessen
Seele hier ein Zeugnis ablegt, welches keine Erklärung bedarf. Und
dann liest man und liest man bis die Wirkung des Originals unter der
Erklärungswut eines 64'er Jahrgangs sich vollkommen verflüchtigt.

Bewerten
- +