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  • pun

132 Beiträge seit 24.05.2000

bezug

ach so, du bezogst dich ausschliesslich auf die wahlen. meine aussage
ging darueber hinaus. bezog sich also auch auf die zeit nach den
wahlen. sicher eine aussage, die sich schwieriger nachpruefen laesst,
da hier keine harten zahlen vorliegen (wenn man von den
durchgefuehrten plebisziten absieht, die diktatur-typisch bis zu 90%
zustimmung erbrachten).

in bezug auf die reichstagswahlen:
richtig ist, dass die nsdap bei den wahlen zum 7. reichstag
(6.11.1932) stimmen verlor, nachdem sie zuvor lange zeit
kontinuierlich zugelegt hatte. mit 33% der stimmen und 196 sitzen von
584 war sie aber immer noch staerkste fraktion.

bei der letzten freien wahl zum 8. reichstag (5.3.1933) erhielt die
nsdap 43,9 % der stimmen (288 sitze von 647) zaehlt man die stimmen
fuer die ihr nahestehenden dnvp hinzu, erhaelt man immerhin 51,9% der
stimmen, also eine mehrheit der waehler, die durchaus als
unterstuetzer der ns-politik zu sehen sind (darueber hinaus gab es
sicher noch weitere splitterparteien, die grundsaetzlich mit der
nsdap uebereinstimmten). spaetestens nach dem reichstagsbrand vom
27.2.1933 war abzusehen, wie diese politik aussehen wuerde
(sicherlich nicht unbedingt bis zu den letzen konsequenzen wie dem
vernichtungskrieg und dem holocaust). die darauf einsetzende
verfolgung von kommunisten und sozialdemokraten und die
ausserkraftsetzung der grundrechte ('verordnung zum schutz von volk
und staat' und weitere notverordnungen) sprachen eine deutlich
sprache.

(datenquelle: dtv-atlas zur weltgeschichte band 2, 17. ausgabe
september 1982)
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