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  • Flake

231 Beiträge seit 05.06.2007

Edward Bernays Meisterwerk

Auch dieser Artikel ist, finde ich, wie etliche andere Publikationen, nicht nur hier auf TP, zunächst mal größtenteils richtig und es wert, gelesen zu werden.

Der Autor ist Insider, er weiß von was er schreibt, wie auch andere Autoren, die eine wirtschaftliche, medizinische, mathematische oder eine andere Ausbildung haben.

Es ist typisch für unsere arbeitsteilige Welt, Probleme in kleinere Teilprobleme zu zerlegen und die dann von Spezialisten erklären und professionell lösen zu lassen.

All dieses Wissen geht jedoch immer nur in die Tiefe, es verdeckt daher den Blick auf die Gesamtsituation. Einigen Autoren und Kommentatoren fällt es auf, dass "frühere" Probleme, wie die Klimakatastrophe aus dem Fokus geraten und die ganze Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Pandemie und deren wirtschaftlichen und sozialen Folgen gerichtet wird.

Lenkt die Coronakrise von den früheren Problemen nur ab, oder besteht ein übergeordneter Zusammenhang?

Die Klimakatastrophe ist weltweit als Tatsache akzeptiert, alle möglichen internationalen Klimaschutzvereinbarungen sind der Beweis dafür. Warum sie so zaghaft umgesetzt werden, ist kein Geheimnis: "Warum soll ich etwas tun, wenn du nichts tust. Wer bremst verliert."

Global gesehen werden alle verlieren, ob einer bremst oder nicht, spielt längerfristig keine Rolle. Es müssen alle bremsen, je später, um so schlechter. Das ist keine besondere Erkenntnis, das weiß jeder. Das wissen auch die Mächtigsten. Auch sie leben auf der Erde und sind auf ein funktionierendes Gesamtsystem angewiesen. Wie das System auszusehen hat, ob es kapitalistisch, kommunistisch oder etwas anderes sein kann, ist nebensächlich. Wichtig ist allein, dass die Lebensgrundlage, für welches System auch immer, nicht irreparabel zerstört wird.

Das wissen auch die Mächtigsten. Alle Destabilisierungsmassnahmen (heiße und kalte Kriege, Wirtschaftskriege, beabsichtigte soziale Ungleichheiten) richten sich immer gegen kleinere Teilsysteme, um das eigene System zu sichern, auch wenn dabei das Gesamtsystem etwas zu Schaden kommt (Weltwirtschaft, Umwelt). Doch das Gesamtsystem darf dabei auf keinen Fall komplett zusammenbrechen. Bricht alles zusammen, ist auch das eigene, bislang mit Zähnen und Klauen verteidigte, System Vergangenheit.

Bislang wurden die System mit roher Gewalt, bis hin zur nuklearen Abschreckungsstrategie, gehalten. Mit kühlem Kopf aller Beteiligter ist das riskant, aber dennoch zu balancieren. Die Natur und ihre Gesetze lassen sich aber zu nichts überreden und auch die globale Weltwirtschaft muss dem Gesetz der gleichberechtigten Partnerschaft folgen. Ansonsten zerbricht sie, was sich seit einiger Zeit immer deutlicher abzeichnet.

Diese Probleme, da sind sich alle einig, lassen sich nur gemeinsam lösen. Aber keiner bremst, denn wer bremst, verliert in diesem System.

Hat sich mal jemand gefragt, was die "Mächtigen" mit ihrer Macht anstellen? Nun, jetzt sitzen wir in unseren Wohnungen fest, da spüren wir die Macht, aber vorher? Hatte jemand vorher das Gefühl, in der Hand der "Mächtigen" zu sein? Hier in diesem kritischen Forum wohl mehr, aber die Menschen "draußen", die, die manche liebevoll "Schlafschafe" nennen, spüren die die Macht? Wissen die, dass "Macht" von "machen" kommt? Mit Macht kann man etwas verändern, zum Schlechten oder zum Guten oder Veränderungen bremsen oder blockieren.

Das Coronavirus hat die Macht die ganze Welt auf den Kopf zu stellen. Aber natürlich nicht das Virus persönlich, das ist klitzeklein und ziemlich unintelligent. Es kann aber als Machtinstrument eingesetzt werden, wie Dollar oder Kanonen oder auch Streicheleinheiten.

Ist es ein Machtinstrument, dann muss es gewartet werden, wie jede Maschine oder Idee. Es muss geschützt werden gegen äußere Angriffe und innere Feinde. Dieses Instrument muss weiter entwickelt werden, um seine Funktionalität zu erhalten. Schauen wir gerade dabei fassungslos zu?

Meiner Meinung nach ist das Coronavirus kein eigenständiges Problem. Es ist ein Werkzeug, um andere Probleme zu lösen. Auf sehr elegante Art. Edward Bernays wäre stolz auf seine Schüler.

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