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  • Subzero

mehr als 1000 Beiträge seit 06.06.2000

Radtkes Aussage ist nur eine ökonomisch logische Folge

der durch immer extremere Berichterstattung (einfach gehts nicht mehr, man muß schon Superlative bringen wie alle Eisbären sind morgen dod oder Holland 50 Meter unter Wasser) aufgeheizten Themen. Da wird aus einem realen Problem (was eher noch eine latente Gefahr ist) eine Panik und dann eine allgemeine Hysterie. Insbesondere bei Leuten, die noch sehr beeinflußbar sind und sich in alles reinsteigern, man muß es ihnen nur plastisch genug verkaufen (Jugendliche sowie Ideologen sind für sowas generell anfällig, die SED hat damals ja auch die FDJ auf die Dächer gejagt, um Fernsehantennen Richtung Westen abzusägen).

Und was macht jemand, der irgendwas glaubt zu sagen zu haben und gehört werden will? Er bringt drastischte Vergleiche. Alles unter Holocaust geht nicht mehr, die Rezeptoren sind unter der medialen Dauerbeschallung durch Panikmeldungen schon abgestumpft.
Nur gibts da mit dem Holocaust ein Problem: Dieser ist als Argument eine Waffe, über deren Verwendung eifersüchtig gewacht wird (Das ist mein Holocaust, wehe Du verwendest ihn irgendwie vergleichend oder argumentativ!) und die Verteidigung des Arguments ist wohlfeil und gesellschaftlich/öffentlichwirksam akzeptiert.

In einer einigermaßen freien Gesellschaft sollten allerdings die Medien ihrer Verantwortung nachkommen und sowohl weder ein Problem apokalyptisch überhöhen als auch weniger superlativ über Problemkritiker und deren Gegenspieler berichten.
Nur: das tun die Medien nicht. Nur wer am lautesten schreit verkauft mehr als die Konkurrenz. Daß man dadurch die Gesellschaft spaltet und durch Radikalisierung und Hysterie die Gesellschaft spaltet, anstatt sowas wie einen Konsens durch Vernunft herbeizuführen ist leider die logische Folge und der Pferdefuß der freien Medien.

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