Avatar von geranios
  • geranios

mehr als 1000 Beiträge seit 18.08.2010

Die Frage davor: Was ist Krieg?

Die Frage sollte man m.E. zuvor beantworten, also erstmal klar definieren, was eigentlich gemeint ist.
Aggression ganz allgemein ist nämlich eine natürliche menschliche Regung die in einem gewissen Ausmaß auch wichtig und lebensrettend ist. So könnte man (und das wurde ja auch schon des öfteren getan) auch die Bekämpfung natürlicher Bedrohungen des Menschen als "Krieg" oder mindestens als Kampf bezeichnen, z.B. der Kampf gegen gefährliche Krankheiten, Kampf gegen Naturkatastrophen oder gegen bedrohliche Invasion von schädlichen/gefährlichen Pflanzen und Tieren.

Das was aber im Artikel angesprochen wird, ist meiner Meinung nach ganz eng verknüpft mit dem Begriff der Nation, obwohl zurecht darauf hingewiesen wird, das manche Kriegsverursacher längst transnational agieren. Aber in Wirklichkeit ist grade bei solchen Gestalten der Abgrenzungsbegriff noch enger gefasst, denn die führenden Köpfe agieren in Wirklichkeit nur zum Wohle ihres Clans, also einer noch älteren und engeren Einheit unterhalb des Niveaus einer Nation.

Dabei ist die Idee einer Nation noch relativ jung, Krieg aber schon viel Älter.

Ich sehe hier also vor der wohlmeinenden Analyse die dringende Notwendigkeit Krieg zu definieren. Sonst werden die Thesen leicht widerlegbar, denn so mancher gewalttätige Eingriff in existierende soziale und politische Verhältnisse ist tatsächlich auch in einer Welt ohne Soldaten nötig und richtig. Und damit mein ich nicht etwa die Befreiung von KZ-Häftlingen; das war nämlich nur ein Kollateralnutzen eines ansonsten auf allen Seiten mit ziemlich abscheulichen Motiven geführten Krieges. Viel eher geht es um quasi-polizeiliche Aufgaben, die allerdings die Mittel einer normalen Polizei überschreiten. Solche Maßnahmen müssen aber zuvor mit allen rechtsstaatlichen Mitteln legitimiert sein; "Einladungen" gewisser Interessensgruppen gehören mit Sicherheit nicht dazu.

Ich sehe eine Lösung unserer bellizistischen Gegenwart nur in einer Stärkung internationaler Gremien, bei gleichzeitiger Entmilitarisierung einzelner Nationen.

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