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  • contracorriente

134 Beiträge seit 24.02.2010

"Warum Krieg?" Freuds überraschende Antwort darauf

Im Zweiten Dreißigjährigen Krieg schrieb Sigmund Freud 1932 seine Antwort auf einen Brief von Albert Einstein.

Nach Erörterung von Pros und Cons von Gründen, Kriege um des Friedens willen zu führen, kam Freud zu einer provokanten These: Er schrieb:“ Warum empören wir uns so sehr gegen den Krieg, Sie und ich und so viele andere, warum nehmen wir ihn nicht hin wie eine andere der vielen peinlichen Notlagen des Lebens? Er scheint doch naturgemäß, biologisch wohlbegründet, praktisch kaum vermeidbar.“

Diese überraschende Einsicht des großen Psychoanalytikers und Philosophen eröffnet m.E. eine andere Herangehungsweise an das Phänomen des Krieges, die nicht mehr mehr ausgeht von dem in der westlichen Philosophie so dominanten Prinzips des Entweder -Oder, ( Tertium non datur nach Aristoteles), sondern bietet eine Möglichkeit, weg vom absolut Guten, das es bekanntlich nicht gibt, anzuerkennen, dass es selbst in vermeintlich rein altruistischen Akten immer auch ein Quäntchen Böswilligkeit gibt.

Gerade durch diese Anerkennung könnten wir die Anteile des Guten in uns so vermehren, dass der menschliche Aggressionstrieb sich nicht unbedingt in Kriegen austoben muss.

Hier der Link zu dem Brief von Freud : http://www.textlog.de/freud-psychoanalyse-warum-krieg-einstein.html

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