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  • Feuermelder

mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.2005

Ein übles Drucksystem, das dem Gedanken der freien Forschung entgegensteht

"Vier Augen sehen mehr als Zwei" - sitzt man an etwas, dann können Ideen von anderen sehr fruchtbar sein, wird aber der natürliche Austausch von Ideen blockiert, weil einige wenige gleich Milliarden absahnen, dann droht immer Gefahr für das, was ich wissenschaftlichen Geist nenne - und ein solcher ist etwas sehr schönes!

Eine Frage ist, wie kann man dagegen halten? Nicht so einfach! Viel Geld machen, wenn es geht, kann je nach Forschungsrichtung helfen, die Geräte zu bekommen, die man braucht, aber kann dann z.B. wieder scheitern an Lizenzen für den Bezug von Substanzen oder anderes.
Hat man aber eine gute und umsetzbare Idee - oder zwei oder drei, dann hat man eine Forschungslinie oder Linien, und diese sollte dann auch mehr Gewicht bekommen als das mögliche Ansehen/Image durch möglichst viele Publikationen in US-Fachzeitschriften - "wer Feuer gefangen hat, tut das, für was er brennt oder versucht es mit aller Kraft"!

Publiziert man nur in kleineren und nicht nur in englischsprachigen Zeitschriften, dann ist das ja auch schon mal etwas - schauen dann andere mit der abwertenden Brille darauf, noja, hin und wieder gilt es wohl auch mal, klar zu kontern.

Was der Artikel hier beschreibt, ist ja auch zutiefst Anti-Pluralistisch: Ein paar wenige Publikationen ziehen die ganze Aufmerksamkeit auf sich, fokussieren die Leute: "Geld Geld Geld - Publizieren Publizieren Publizieren"- das klassische Hamsterrad! Und wenn nur wenige Organe die Regeln machen, aber viele und noch mehr denen folgen, sich fast Bedingungslos einspannen lassen - noja, das alte Bild vom Kaninchen, das hypnotisiert auf die Schlange starrt, ist da bestimmt kein ganz falsches.
Diese US-Verlage ziehen ja dann auch "alles an sich", entscheiden nicht nur über Qualitäten, sondern haben auch Zugriff auf das ganze Potential ihrer Schreiber, und heißt das nicht auch, sie haben die Macht, Richtungen zu bestimmen, sie haben Steuermacht?!
Bob

Wissenschaft und Intelligenz, wie ist da derzeit das Verhältnis?

Was auch übel sein kann, wenn Leute Wissenschaft nur deshalb betreiben, um Ansehen zu bekommen, aber nicht wirklich was forschen.

Wissenschaft und Sprache/Ausdruck: Möglichst klar und einfach, das empfand ich schon immer als gute Regel, also weder Über-Intellektualisierung noch allzu verschrobenes Denken. "Spektrum der Wissenschaft - verständliche Forschung" gibt ein gutes Beispiel für den sprachlichen Umgang.

Lasst Menschen Menschen sein - genau das geht oft schief.

Steht mal die Systematik in einem Bereich, dann kann Forschung ganz schnell laufen.

Was sind Erkenntnisse? Wissens-Positionen in einer Raumzeit? "Ah, so geht das"!
Erkenntnisse bauen auf anderen Erkenntnissen, geht es deshalb irgendwann nur noch um Verfeinerung? Das Auto wurde erfunden, also alle Bau-Prinzipien sind bekannt, ab jetzt wird Auto optimiert, verfeinert-verbessert-erweitert. Wann kommt der Umschlagpunkt, wie kann/muss/sollten Erkenntnisse verlaufen, dass aus Prinzip und Forschungsgegenstand Auto etwas völlig neues entsteht?

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