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  • freudhammer

664 Beiträge seit 14.12.2014

Müder Versuch unser Fernbleiben zu entschuldigen

Die Gesellschaft wurde seit den Menschenketten der Achtziger Jahre erfolgreich weiter gespalten. Es ging auch viel Glaube verloren, etwa an grün-alternative Ideen, die erfolgreich durch die Joschka-Fischers dieses Landes den Todesstoß bekamen. Aber wie immer bei Bewegungen, negative Auslese wohin man auch schaut, es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass am Ende immer dieselbe Kategorie von Menschen ihre Köpfe in die Kameras reckt. Den Grünen gebührt aber die besondere Auszeichnung für die Zerstörung der Hoffnungen, die es einmal gab. Trotzdem es ein Sozialdemokrat war, der die ganze Pershing-Scheiße losgetreten hatte, glaubten doch seinerzeit noch viele an die heilsamen Ziele der Sozialdemokratie. Mit den Linken ist es nicht viel anders und die AfD kann ich mir nicht einmal im Rausch als Heilsbringerin vorstellen. Dank Internet wissen wir heute viel mehr über die Zusammenhänge der Geopolitik und ihrer Hintermänner. Dazu kommt eine größere Individualisierung, wir sind nicht mehr als Schafherde, die irgendwo mitmarschiert zu gebrauchen. Wir wollen keinen Gewerkschaftler zu Friedenspolitik reden hören, der am anderen Tag wieder für die Rüstungsindustrie arbeitet, keinen Pfarrer, der Merkels Grenzöffnung für Humanität hält, keinen AfD-ler, bei dem sein Protest aufhört, wenn es um den Brandstifter Israel geht, keinen Linken, der die ganze Welt retten will und die Not vor Ort nicht mehr wahrnimmt.
Und wir wollen auf einer Kundgebung nicht nur zuhören und klatschen, wir wollen widersprechen, wenn wir es für nötig finden, kurz, wir sind uns als schweigende Menschenkulisse einfach zu schade. Und trotzdem plagt uns das schlechte Gewissen, da wir wissen, wir hätten dabei sein sollen und nicht nur aus dem Schneckenhaus Forumsbeiträge verschicken.

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