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Das ist doch nicht so schwierig zu kapieren

Wo ein Laib Brot 5ct kostet, hat man mit 5ct was zu fressen. Wo ein
Laib Brot 1.50 EUR kostet, erst mit 1.50 EUR. Was ist denn daran so
schwer zu kapieren? Wenn man im ersten Falle keine 5ct hat, wird man
hungern. Im Zweiten Falle muss man 1.50 EUR haben, um nicht zu
hungern.

Das ist die ganze Nummer mit der relativen Armut.

Und warum ist der Median des Einkommens nun überhaupt wichtig? Wegen
des Heilbronn-Problems (wie Frank-Markus “Erwin Pelzig” Barwasser so
unnachahmlich treffend auf den Punkt gebracht hat):

Der Durchschnitt bringt nix. Wenn nämlich neun Leute 1 EUR haben pro
Tag, und einer hat 100'000 EUR, dann haben die zusammen 100'009 EUR.
Das sind dann durchschnittlich 100'009 / 10 EUR = 10'000.90 EUR.

Wenn der Laib Brot nun 1,50 kostet, hungern trotzdem 9 von 10. Kostet
er 80ct, hungert niemand.

Der Median der zehn Personen ist die Person in der Mitte, also die
fünfte Person: sie hat 1 EUR pro Tag. Und das sagt klar aus, was ein
Laib Brot nun kosten darf (und was nicht), wenn alle satt werden
sollen.

Umgekehrt wird jedoch auch ein Schuh draus: ein Bäcker, der jetzt
1,50 will, wird nur einen Laib verkaufen. Der Bäcker, der den Laib
Brot für unter 1 EUR auf den Markt bringt, macht das Geschäft. Denn
das, und hier wirklich, regelt der Markt.

Und deshalb ist es kein Zufall, dass der Einkommensmedian und die
Preise zusammen hängen. Denn genau das regelt der Markt nun einmal
tatsächlich.

Wie kommt man nun drauf, ab wann jemand arm ist, weil er dann (im
Beispiel) “hungrig bleibt”. Nun, das sind einfach alle Leute, die
deutlich unter dem Median liegen, so dass sie für den Markt nicht
mehr interessant genug sind, dass der die Preise weiter nach unten
anpasst.

Ist das nun ein exakter Wert? Nein, ist es nicht. Da kann man aber
abschätzen. Und bei 60% unter Median haut das eben erfahrungsgemäss
ziemlich gut hin.

Alles klar nun? ;-)

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