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  • albibi

mehr als 1000 Beiträge seit 27.07.2014

Stimmungsmache durch Verdummung

Es sei nun dahin gestellt, ob der im Artikel erwähnte Spiegel-Autor
Guido Kleinhubbert dumm ist oder bewusst andere verdummen will
(zweiteres ist verwerflich, ersteres zumindest vermeidbar mit einer
gewissen Anstrengung für die auch der Spiegel eine Verantwortung
tragen müsste) aber sein Beispiel mit dem Volk von Ferrarifahren geht
an der Realität nicht nur quantitativ sondern prinzipiell vorbei.

In unserem schönen Neoliberalismus ist alles so wunderbar austariert,
dass die Mehrheit der Menschen mit ihrem Einkommen gerade so über die
Runden kommen. Die Mehrheit der Menschen hat am Ende des Monats
plusminus Null. Wenn es um Reichtum oder Armut geht müsste ein
Durchschnittswert der diese Lebenshaltungskosten abbildet
grundsätzlich abgezogen werden.
Wer dann noch etwas übrig hat, praktisch zu freien Verwendung, ist
gut gestellt oder sogar reich.
Wer weniger als diesen Durchschnittswert hat, muss an Dingen sparen,
die für andere selbstverständlich sind und die er auch selber gerne
hätte: und da beginnt Armut.

Aber der zentrale Kritik-Punkt ist der: Menschen mit Ferrari haben im
Gegensatz zu normalen Menschen ein Übermaß an frei verfügbarem, also
nicht für den Lebensunterhalt notwendigen Einkommen. Und solche
Menschen sind nicht zufällig in einer größeren Population wie
Deutschland unterrepräsentiert wie der Verdummer Kleinhubbert
nahezulegen versucht, sondern sind deshalb notwendig in der
Minderzahl da deren Einkommen von anderen Menschen mit erwirtschaftet
werden muss.

Das Beispiel von Kleinhubbert geht also nicht einfach an der Realität
vorbei: es ist schlicht systemimmanent unmöglich. Und damit ist es
eben kein Beispiel mehr sondern versuchte Verdummung.

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