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  • freudhammer

682 Beiträge seit 14.12.2014

Verbot von Pseudonymen wäre weiterer Demokratieabbau

Wenn ich an die vielen Nato- und Hasbara- Trolle und Bots denke, die einem manche Diskussionen in den Foren verleiden, dann wünsche ich mir durchaus oft eine Klarnamenpflicht. Doch kann man sich sicher sein, dass gerade die Trolle der Staatsmacht, besser der Staatsmächte, auch weiterhin getarnt ihr Unwesen treiben dürften. Und der Einschüchterung der ehrlichen User wäre Tür und Tor geöffnet, Motto: „Wir wissen wo du wohnst, wo deine Kinder in die Schule gehen, wer dein Arbeitgeber ist, wir sorgen dafür, dass dich niemand mehr anstellt…“ Da man sich als ehrlicher Diskutant beinah zwangsläufig mit den frostigsten und skrupelärmsten Persönlichkeiten anlegen muss, ja mit mafiagleichen Interessengruppen, ist sogar oft noch mit Schlimmeren zu rechnen. „Erst ignorieren sie dich, dann versuchen sie dich öffentlich lächerlich zu machen, schließlich bekämpfen sie dich!“ Wie dieses Spiel bei Gandhi endete, ist bekannt.

Wir kennen diese Meinungs-, ja Demokratieverhinderung auch bei Vereinen und in tyrannischen Regimes. Abstimmen per Akklamation wird immer als besonders demokratisch verkauft, dient aber in der Realität alleine der Einschüchterung. Wer sich öffentlich für jemanden entscheidet, entscheidet sich immer gegen jemanden und dieser Jemand ist ab sofort dein Feind. Nur die geheime Wahl bietet die Gewähr für eine angstfreie Entscheidung. Nicht anders ist es bei kritischen Meinungsäußerungen, die gegen die Interessen von jemandem wirken. Da immer wieder Exempel an besonders couragierten und vorwitzigen Zeitgenossen statuiert werden, weiß jeder, was mit ihm geschehen kann, wenn er den Mund aufmacht.

Manfred Weber hat schon in Niederbayern bewiesen, dass er predigt, was die Wirtschaft von ihm verlangt. In solche hohen Ämter, wie die Nachfolge von Juncker, werden auch nur Bewerber zugelassen, die zweifelsfrei auf Seite der Eliten stehen, entweder weil man sie durch irgendetwas steuern kann oder weil sie ihre Probearbeiten mit Bravour absolviert haben. Manfred Weber ist ein Mensch, dem ich vieles zutraue, nicht aber eine Widerrede gegen seine Jobgeber und eine Politik für die Interessen der europäischen Völker. Als Mann mit EU-Macht mag man ihn sich gar nicht vorstellen. Warum nur fallen mir, wenn ich den Weber seh, immer Politiker wie Macron, Maaß oder Guiado ein? Ob sie denselben Personalchef haben?

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