Avatar von Stephan Schleim
  • Stephan Schleim

mehr als 1000 Beiträge seit 27.01.2005

Gute Frage

Gute Frage, auf die ich spontan keine endgültige Antwort weiß.

Denken wir an den sozialpsychiatrischen Ansatz: Die Leute nicht aus der Gesellschaft entfernen (etwa in Kliniken fernab der Städte), sondern so möglich dort zu behandeln, wo und wie sie leben.

Jetzt könnte man sagen, dass hier immer eine politische Komponente mitschwingt, sofern das Funktionieren in der Gesellschaft (externer Maßstab) Behandlungsziel ist.

Man könnte das ja im Sinne des Empowerments aber so verstehen, dass Patientinnen und Patienten sich dabei auch des Anpassungsdrucks bewusst werden und lernen, sich so oder so dazu zu verhalten.

Denken wir an das biopsychosoziale Modell: Dadurch, dass es allumfassend ist, scheint es mir weniger anfällig für politische Einflussnahme, denn nach Prävention, Ursachen und Therapien wird ja auf allen Ebenen gesucht, die sich wissenschaftlich und methodisch fruchtbar untersuchen lassen.

Aber insofern räume ich ein, dass Sie zumindest teilweise Recht haben, dass man im Titel auch "politischer" hätte schreiben können statt "politisch"; oder statt "wird" "ist".

Vielen Dank für den Hinweis.

Bewerten
- +