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  • Tarli

184 Beiträge seit 02.06.2017

Lückenpresse

Einen Vorwurf muß man Mathias Bröckers bei allen (und das sind viele) Verdiensten machen:
Die häufige Verwendung des verharmlosenden Begriffes "Lückenpresse".
Zumindest in meinem Universum hat er diesen Begriff eingeführt.

Egal, ob Spiegel oder Tagesschau: Es ist keine Lückenpresse.
Das Wort Lücke impliziert, das außenrum noch was anderes ist.
Ich denke, der Wetterbericht zählt hier nicht.
Mag vor 20 Jahren anders gewesen sein, heute ist das Datum die einzig verläßliche Information in den Konzern- und Staatsmedien. (Wetter war schon immer etwas unzuverlässig.) Den Kalender schaue ich mittlerweile häufiger an. Könnte ja...

Die richtigen Begriffe sind:
Lügenpresse und Fake News - oder kurz und altmodisch: Propaganda.
"Propaganda" stammt aus der Zeit der Gegenreformation. War schon damals ein Mittel im Kampf um Köpfe.
"Lügenpresse" ist je nach Zählung entweder 3 oder 80 Jahre alt.
"Fake News" ist jünger - aber besonders interessant: es ist die Reaktion der Konzern- und Staatsmedien auf die verlorene Deutungshoheit - und beschreibt unfreiwilligerweise exakt den Kern jener Medien.

Einige Leute schreiben hier empört von "Nachtreten".
Beim ehemaligen Nachrichtenmagazin sollte man in der Tat nicht einfach nur nachtreten.
Man sollte solange darauf einschlagen, bis das Wurstblatt nicht mehr zappelt.

Wird Zeit, bei allen Konzern- und Staatsmedien die jeweiligen Hitlertagebücher auszubuddeln und öffentlich zu machen.

Die Welt soll schließlich irgendwann mal besser werden.

Die "Aktuelle Kamera" ist ein gutes Vorbild. Die ist weg.
Hat die Welt aber nicht wirklich verbessert.
Es reicht nicht, wenn nur der "Spiegel" im Lokus verschwindet.

Es braucht viel mehr.
Heugabeln z.B. Verdammt viele.
Hinter Spiegel und Tagesschau (und all den anderen) stehen reale Menschen mit eigenen - wirtschaftlichen und ideologischen Interessen, die Heugabeln im Hintern nicht mögen.
Die mögen uns auch nicht. Sie verbreiten mit viel Geld ihre Propaganda, damit wir sie nicht sehen - und im Zweifelsfall in die falsche Richtung schauen.. Nach Osten z.B.
Osten - Eurasien - Kernland - Dominanz ist ein eigenes Thema.

Der Spiegel wurde ganz früher mal als "Sturmgeschütz der Demokratie" bezeichnet. War damals schon "Fake News". "Sturmgeschütz der Neoliberalen" ist neute passend. Statt "Neoliberale" kann man auch ganz klassisch "Kapitalisten" sagen.

Kapitalisten mögen Heugabeln genau so wenig wie der Adel seinerzeit.
Heugabeln im Hintern sind schmerzhaft. Gelbe Westen nerven bestenfalls.

Aber, wem Heugabeln zu radikal sind, kann ja mal mit der Warnweste anfangen.
Besser wenig, als gar nichts.

P.S:
Es gibt richtig gute gelbe Warnjacken. Man kann die Ärmel abnehmen ("Weste") und innen ein Winterfell. Heugabel ist schwieriger. Aber im Gartenmarkt gibt es "Grabegabeln". Die Zinken sind stabiler. Ab 10€.
Revolution muß nicht teuer sein.

Grabegabel gewinnt ganz sicher gegen Schlagstock. Bessere Reichweite. Die Leute in Paris waren schlecht vorbereitet.

Das Problem ist hierzulande die Bahnsteigkarte.

Der Optimist sagt: "Wegen der Bahnsteigkarte diskutieren wir in 10 Jahren immer noch das Gleiche."
Der Pessimist sagt: "In 10 Jahren diskutieren wir nicht mehr. Weil es keinen Ort zum diskutieren mehr gibt."

Der Realist sagt: "Fünf vor Zwölf war gestern."

Die letzten Worte des "Feine Sahne" Linken waren: " Aber die Querfront..." Dann holten sie ihn auch ab.

Hab ich hier irgendwas wirklich neues geschrieben? Nein.
Geschichte wiederholt sich. Gern auf neuem Niveau. Hegel rotiert im Grab, Marx sitzt fassungslos daneben.

Gute Nacht.

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