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  • ostkraft

185 Beiträge seit 04.03.2015

Vorsicht! Propaganda der Vernetzungsgegner

Dieser Artikel strotzt geradezu vor falschen Informationen, oder neudeutsch Fake News.
Die Gematik ist nicht der zentrale Knotenpunkt der Telematik-Infrastruktur.
Diese Telematik-Infrastruktur ist zwar von der Gematik in Berlin erdacht worden und hat sie auch zur Vergabe ausgeschrieben, aber betrieben wird sie von einer größeren Zahl von Unternehmen, wobei Arvato die zentrale Infrastruktur bereitstellt. Zugangsdienste und PKI werden von verschiedenen anderen Unternehmen betrieben, bspw. T-Systems, CompuGroup, Atos oder auch der Bundesdruckerei.

Die Gematik ist gesetzlich verpflichtet, die Telematik-Infrastruktur zu entwickeln und den Betrieb zu organisieren. Sie betreibt selbst nichts und es ist ihr auch untersagt, Zugriff auf vertrauliche Informationen in der Telematik-Infrastruktur zu erlagen.

Darüber hinaus gibt es nicht DIE elektronische Patientenakte. Die Gematik erstellt gerade einen gemeinsamen Standard, damit Ärzte und Anbieter von Aktensystemen standardisierte Schnittstellen nutzen können.

Betreiber von Patientenaktensystemen sind derzeit in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen, die dürfen das bislang auch außerhalb der Telematik-Infrastruktur.

D.h. jeder Versicherte kann die elektronische Patientenakte seiner Krankenkasse nutzen, muss es aber nicht. Und damit ein Arzt Einträge in die elektronische Patientenakte tätigen kann, muss der Patient mittels eGK und seiner PIN dies autorisieren.

Die Vereinheitlichung der Patienenaktensysteme ist notwendig, damit nicht jeder Arzt mit zig verschiedenen Aktensystemen seiner Patienten hantieren muss und jede anders funktioniert.

Dies kommt im Artikel gänzlich anders herüber und die Autoren entlarven sich damit gegenüber informierten Lesern als Propagandisten, wenn nicht gar als Lügner. Telepolis sollte hier ein Auge drauf haben.

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