Erst einmal vielen Dank für den Artikel.
Wie eigentlich fast immer teile ich auch bei diesem Thema David Goeßmanns Meinung.
Trotzdem möchte ich zwei Dinge zu bedenken geben.
1. Die Bedingungen für Flüchtlinge/ Migranten in Deutschland müssen verbessert werden.
Auch wenn Flüchtende den Weg nach Deutschland schaffen, sind sie häufig mit Diskriminierung und Ausbeutung konfrontiert, sie leiden oft unter schlechten Arbeitsbedingungen (sofern sie überhaupt Arbeit finden), werden im Bildungssystem benachteiligt und leiden auch hier im reichen Deutschland unter Armut. Hinzu kommt, dass es vielerorts an Wohnraum mangelt und die Gefahr der Ghetto-Bildung besteht.
Eine weitere Herausforderung sind die vielen (unbegleiteten) minderjährigen Flüchtlinge pro Jahr. Viele sind traumatisiert. Ist gewährleistet, dass sie psychologische Unterstützung bekommen? Nein. Dürfen alle zur Schule gehen? Nein. Empfehlenswert dazu ist dieser Artikel: https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/minderjaehrige-fluechtlinge-in-berlin-wie-betreiber-von-unterkuenften-das-geschaeft-ihres-lebens-machen-li.2192073
2. Nicht jeder kann sich die Flucht leisten
Oft können sich nur relativ Gebildete und Wohlhabende die Flucht leisten. Mit anderen Worten: Letztlich tragen wir dazu bei, dass qualifizierte (und junge!) Menschen in den Herkunftsländern, die ohnehin schon mit vielen Problemen zu kämpfen haben, fehlen. Statt diese Länder weiterhin auszubeuten, müsste es unsere Aufgabe sein, auf Augenhöhe und unter fairen Bedinungen zu handeln, so dass sich langfristig deren Perspektiven verbessern. Aber so funktioniert der Kapitalismus leider nicht, nicht wahr?