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  • Klabusterbär

mehr als 1000 Beiträge seit 30.08.2017

Inzidenz?

Die Inzidenz ist "der dumme grosse Bruder" der "absoluten Coronatestzahl". Auch diese beruht auf nicht normierten Zahlen.

D.h. wenn ich in 2 identischen Landkreisen mit identischer Infektionslage 1.000 Tests oder 10.000 Tests durchführe, erhalte ich komplett andere Inzidenzen (von der Verzerrung von Clusterbildung mal ganz abgesehen).

Auch die magische "Inzidenz 100" ist keine wissenschaftliche Grenzmarke, sondern ein rein politischer Wert, der daraus resultiert, dass in dem "Hochtechnologieland Deutschland" die Gesundheitsämter immer noch mit Faxgeräten und Strichlisten arbeiten, um Infektionsketten zu verfolgen.

https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/gesundheitsaemter-sormas-software-101.html

Das es durchaus alternative - sinnvolle Berechnungsvorschläge zur Inzidenzberechnung gibt, hatte vor wenigen Wochen ein bayrischer Mathematikstudent eindrucksvoll bewiesen. Seine Berechnungen hat er pädagogisch so brilliant aufbereitet, dass es auch Journalisten und Politiker recht schnell verstehen:

https://www.youtube.com/watch?v=It8TTBzbWC0

Da es politisch jedoch nicht gewünscht ist (Dummheit kann ich dem RKI schwerlich unterstellen) wurde die Anzahl der Tests bis heute natürlich nicht verrechnet.

Man beachte in diesem Zusammenhang:

Das deutsche Robert Koch-Institut ist eine selbständige Bundesoberbehörde im Sinne des Art. 87 Abs. 3 Satz 1 GG (§ 2 BGA-Nachfolgegesetz) und ist damit gegenüber der
Bundesregierung bzw. dem Bundesgesundheitsminister weisungsgebunden.[...]
Das RKI ist nach dem Mediziner und Mikrobiologen Robert Koch benannt und direkt dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt. (Quelle: Wikipedia)

Nun steigt auch noch die Positivrate!

:-D

Das kommt daher, dass massiv das Testregime geändert wurde:

Wenn eine Polizeistreife 1.000 Autos anhält und eine Alkoholkontrolle durchführt erhalten sie z.B. 10% Betrunkene. Halten sie jedoch nur 50 Autos an, die Schlangenlinien fahren, erhalten sie 95% Betrunkene.

Klarer: Seit MASSIV Schnelltests auf den Markt geworfen werden und asymptomatische (gesunde) Menschen getestetet werden (z. B. gibt es in Deutschland 10.9 Mio. Schüler, die z.T. 2x die Woche getestet werden) gibt es immer mehr Zufallstreffer.

Die sind zwar fast nie krank - aber testpositiv.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/erkranken-mehr-kinder-jugendliche-an-coronavirus-100.html

Plump gesagt hat man vorher geangelt und betreibt nun Schleppnetzfischerei - somit erfolgt eine starke Vorauswahl und die Positivrate steigt an. Man leuchtet somit das Dunkelfeld aus, aber die Infektionslage hat sich nicht zwangsläufig geändert.

Dass der PCR-Test bzw. seine Anzahl von Verstärkungszyklen nicht standardisiert ist und keine Infektion nachweisen kann, ist eine andere Geschichte und wird sowohl von Herrn Drosten, als auch von der WHO bemängelt.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article230407507/Ct-Wert-Wir-muessen-die-Ergebnisse-der-PCR-Tests-genauer-auswerten.html

BRANDGEFÄHRLICH wird die Verwendung der Inzidenz jedoch, wenn man mit ihr Grundrechte einschränken möchte!

Warum?

Nehmen wir mal an, für das Verbieten eines bestimmten Grundrechts in der Stadt X ist das Überschreiten einer gewissen 7-Tageinzidenz nötig...

Der von Politikern diskutierte Grenzwert von 35 Infizierten auf 100.000 Einwohner ließe sich beispielsweise (auch ganz ohne tatsächlich Infizierte) allein schon durch Ausnutzung des PCR-Messfehlers erreichen, indem man 2.500 Tests je 100.000 Menschen durchführt.

Um den Grenzwert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner zu erreichen, sind über den durchschnittlichen Zeitraum der aktiven Infektion (6 – 10 Tage) ca. 3.500 Tests pro 100.000 Einwohner erforderlich.

Und ... schwupps "§ 5 Epidemische Lage von nationaler Tragweite" ...

Grundrechtseinschränkungen nach Infektionsschutzgesetz ohne Parlamentsbeteiligung...

JA - aber unsere Regierung... das sind doch die Guten! Was aber ist, wenn das in 10 Jahren anders ist?

Macht man mit offiziellen Zahlen des RKIs von DIVI oder den statistischen Ämtern genau das, wozu man in der Schule erzogen wurde ("pass auf, dass das nicht nochmal in unserem Staat passiert", "sieh den Regierenden auf die Finger", "denk selbst nach - glaub nicht alles"), wird man von den Medien als rechter "Schwurbler" und Verschwörungstheoretiker hingestellt.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (16.04.2021 13:15).

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