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  • Marwolf2004

mehr als 1000 Beiträge seit 11.09.2004

Zum Bescheißen gehören immer Zwei!

Soweit ich das bislang verstanden habe, gibt es zwei Ansätze, den
eigentlich Problemfall NOx-Ausstoß anzugehen:

1) AdBlue = Harnstoff
2) Stickstoffspeicherkat

Die erste Möglichkeit ist ansich sehr zuverlässig und wirksam, hat
auch keine Auswirkung auf die Leistung und Verbrauch. Einzig, man hat
bei VW irgendwie verabsäumt, eine Reservoir einzubauen, das groß
genug ist, um die Service-intervalle gut zu überstehen. Daher wurde
der Verbrauch von AdBlue gedrosselt und somit die Abgaswerte nicht
erreicht. Haben die Trottel wohl zu sehr an den lieben Lopez gedacht.

Die zweite Möglichkeit ist haariger. Der Stickstoffspeicherkat
funktioniert nur für ein paar Minuten, und müßte dann unter Einsatz
von sehr viel Kraftstoff regeneriert werden. Soweit ich das
verstanden habe, gibt es keine Möglichkeit, diese Technologie
dauerhaft einzusetzen, ohne dabei massiv den Kraftstoffverbrauch
hochzutreiben. Ergo für den Alltag untauglich.

Hier meine Frage: Das ist allgmein bekanntes Wissen. Kann man sogar
in der Wikipedia nachlesen, wenn man will. Wie kann es also sein, das
ein Hersteller (und ich gehe davon aus, dass sich nicht nur VW diese
Blöße gibt, sondern alle Diesel-Hersteller) behaupten kann, mit
dieser untauglichen Technologie solche Behauptungen aufstellen kann,
die Abgasnormen erfüllen zu können? Wie kommen solche Kübeln durch
die Zulassung?

Ich sehe es so: zum Bescheißen gehören immer Zwei. Jetzt den
Entrüsteten zu markieren und auf VW zu zeigen, ist zu kurz gedacht.
Wo waren die Zulassungstellen, die ja hoffentlich genug Expertise
vorweisen können, die technischen Behauptungen der Hersteller
überprüfen zu können? Haben die wirklich so gepennt? Wurden sie
geschmiert? Oder ist man absichtlich einen faulen Kompromiss
eingegangen, um..

a) in Europa: Die Autoindustrie zu schützen, weil sie mit der damals
aktuellen Technologie nicht die Abgaswerte erreichen konnten
B) in den USA: Die europäischen Hersteller absichtlich in eine Falle
zu locken, die jetzt zugeschnappt ist?

Für mich ist das ganze sehr seltsam, denn man braucht nun wirklich
nicht in den Source Code der Motorsteuerung zu schauen. Es reicht,
die technischen Rahmenbedinungen und eingesetzten Technologien etwas
kritisch zu hinterfragen. Und dann einen Abgastest unter realen
Fahrbedingungen zu machen, sollte eigentlich auch kein Problem
darstellen. Ganz ohne Source Code. 

Also wer hat hier gepennt bzw. beide Augen zugedrückt, und warum. Das
wäre doch die wirklich wichtige Frage.

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