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  • Feierabendsurfer

mehr als 1000 Beiträge seit 10.07.2008

Der Kritiker, sein Umfeld und die Terrorhysterie

Sehr guter Artikel!
Beim Lesen des persönlicheren Teiles kam mir spontan der Spruch in
den Sinn:

Wenn du willst, dass es deinem Land besser geht, musst du in deiner
Stadt anfangen.
Wenn du willst, dass es deiner Stadt besser geht, musst du in deiner
Straße anfangen.
Wenn du willst, dass es in deiner Straße besser geht, musst du in
deiner Familie anfangen.
Und wenn du willst, dass es deiner Familie besser geht, musst du bei
dir anfangen.

Also wenn man in dem Spruch "Familie" durch "direktes Umfeld" ersetzt
und "Straße" durch "soziales Umfeld" (Freundes- u. Bekanntenkreis),
dann passt der Spruch. Ich finde ihn auch deshalb gut, weil er davor
schützt daran zu verzweifeln, dass man sowieso nix ändern könne. Klar
kann man was ändern! Nur eben nicht gleich das ganze Land, sehr wohl
aber die "Familie" und die "Straße".

Die Schwierigkeiten, gegen die medial geschürte Terrorhysterie und
die damit getriggerten Ängste zu argumentieren, sind teilweise
beträchtlich - wenn man in dem argumentativen Rahmen bleibt, den die
politischen Panikmacher quasi vorgeben.
Aber wenn man diesen engen Rahmen verlässt und den größeren Rahmen
betrachtet, kann man die Hysterie schnell entlarven. Man muss nur mal
Verkehrspolitik mit Sicherheitspolitik vergleichen. Dann kommt immer
der Einwand "ja aber Verkehrsunfälle lassen sich nicht vermeiden",
stimmt. Aber das ist gar nicht der Punkt. Es geht darum, wieviel im
Rahmen des Möglichen getan wird, wie schwer sich da die Politik tut
mit Tempolimit oder zusätzlichen rechten Seitenspiegeln für LKW u.ä..
Und es geht darum, dass tausende Verkehrstote REALE Tote sind, Jahr
für Jahr, wogegen Terrortote bisher in D. fiktiv sind. Also bei
realen Toten bleibt die Politik relativ träge, aber wegen fiktiven
Toten sollen sogar Grundrechte eingeschränkt werden.
Dieser Vergleich holt die angeblichen Sachzwänge der herbeigeredeten
"Terrrorgefahr" ganz schnell vom Sockel.
Wahlweise könnte man sich auch andere Zahlen und Politikfelder zum
Vergleich suchen. Bei Gesundheits- und Drogenpolitik begibt man sich
zwar auf argumentatives Glatteis, weil die Alkis und Raucher sich
freiwillig selber umbringen, aber dafür ist dabei delikat, dass der
Staat an diesen realen Toten auch noch verdient, es also
unglaubwürdig ist, dass unsere aktuellen Politix wirklich den Schutz
des Lebens bzw. der körperlichen Unversehrtheit im Schilde führen.
Denn wenn das das Ziel wäre, hätten sie viel dringlichere Baustellen.

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