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  • Captain Data

mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.2003

Passt zu Herrn Spahn: Was scheren schon Persönlichkeitsrechte?

Bisher war das Gesundheitsministerium vor allen Dingen für eines bekannt: gescheiterte Gesundheitsreförmchen, die vor allen Dingen die gesetzlich Versicherten teuer belasteten.

Wer weiß, was Herrn Spahn antreibt: das Wohl von Gesunden wie Patienten scheint es nicht zu sein. Die bisherigen Reformen aus seiner Feder lassen sich grob zusammenfassen zu "Angriff auf die persönlichen Grundrechte".

Beispielsweise die Organspende-Reform.
In Deutschland ist der Bedarf an Spenderorganen größer als das Angebot, weil, so zynisch es klingen mag, zu wenig Menschen durch Unfälle ums Leben kommen. Die Verbesserungen bei Arbeits- und Verkehrssicherheit wirkt. Und jene, die tatsächlich noch zu Tode kommen, haben nicht unbedingt einen Organspenderausweis dabei, dürfen also auch nicht einfach so "ausgeschlachtet" werden.
Und genau hier greift Spahn's Reform: statt "Opt-In" (Ja, ich möchte spenden) soll nun "Opt-Out" gelten (Nein, ich möchte nicht spenden). Wer jetzt also in die unglückliche Lage gerät, tödlich verletzt zu werden, ist "Ersatzteillager", so er keinen Organspendeausweis mit sich führt, in der er die Spende ablehnt.

Der eigentliche Schaden wird an anderer Stelle angerichtet. Ein Motorradfahrer verunglückt schwer, es wird kein Organspende-Ausweis gefunden (er wäre also automatisch Organspender). Wer garantiert, dass jetzt mit maximaler Anstrengung versucht wird, den Verunfallten zu retten / wiederzubeleben?
Auch an anderer Stelle wird es interessant: eine Pasantin wird in einem Unfall lebensgefährlich verletzt und benötigt nun eine Organspende. In ihrer Tasche wird ein Organspende-Ausweis gefunden, die Frau hat von der Opt-Out-Regelung Gebrauch gemacht und wird keine Organe spenden.
Wer stellt nun sicher, dass die Verunfallte nicht automatisch auf einen schlechteren Listenplatz rutscht als jemand, der einer Organspende zugestimmt hat?

In der ursprünglichen Regelung musste man davon ausgehen, dass die verunfallte Person ohne Organspende-Ausweis sich noch nicht entschieden hatte, aber der Organspende nicht automatisch abgeneigt ist. Sie wird also entsprechend neutral behandelt von den Ärzten.
Nun aber muss man sich ausdrücklich GEGEN eine Organspende aussprechen - das Neutralitätsgebot wäre also in Gefahr.

Impfplicht. Heute Masern, morgen alles andere
Aktuelles Thema ist die Masernimpfpflicht. Handwerklich ist das Gesetz kritisierungswürdig, wird hier über die Hintertür eine generelle Impfplicht eingeführt. Denn einen Einzelimpfstoff gegen Masern gibt es in Deutschland nicht, nur im Kombination. Die gleiche Hintertür schützt der Pharmaindustrie ihre Profite: würde ein Einzelimpfstoff gefordert, wären die Hände gebunden ob der Zusammensetzung des Mittels. Damit würde nach spätestens fünf Jahren der Schutzzeitraum ablaufen und die Masernimpfung als Generika auf dem Markt angeboten werden.
Da aber kein Einzelimpfstoff gefordert ist vom Gesetz, darf munter in beliebiger Kombination mit beliebigen Impfverstärkern und beliebigen Dosen geimpft werden - und rechtzeitig vor Ablauf der Schutzfrist wird die Zusammensetzung so weit verändert, dass die Impfkombi neu eingeführt und neu geschützt werden muss.

Ganz klarer Fall: Patienteninteressen werden nicht vertreten und sogar das Ziel der Verbesserung der Volksgesundheit wird hinter die Gewinnabsichten der Pharmaindustrie angestellt. Persönlichkeitsrechtlich ist das ein Problem, zumal bisher galt, dass nur die Impfaufklärung verpflichtend war (zurecht), der Patient bzw. die Eltern des Patienten ein Recht hatten, im Zweifel die Impfung zu verweigern.

Faktisch handelt es sich bei der Impfung um eine Medizingabe sowie eine Infektion des menschlichen Körpers über einen atypischen Infektionsweg. Die meisten der Krankheiten, gegen die geimpft wird, dringen über Haut, Schleimhäute, Atmungssysteme oder den Verdauungstrakt ein, nicht aber über das Blut und nicht multiple Krankheitserreger auf einmal. Hinzu kommen die Nebenwirkungen, die bei Mehrfachimpfung an Schwere zunehmen.
Kurzum: eine Impfung ist nicht "harmlos", sondern in ihrer Wirkung mit der Einnahme eines verschreibungspflichtigen Medikaments zu vergleichen, muss also mit größter Sorgfalt verabreicht werden und im Idealfall individuell angepasst an Bedürfnisse, Besonderheiten und Patientengeschichte des zu Impfenden.
Was kriegen wir tatsächlich? Generelle Impfungen im Kindesalter ohne Berücksichtigung jener Faktoren, die sonst bei Medikamentengabe zwingend beachtet werden müssen.

Wo wird hier das Patientenwohl berücksichtigt?

Noch ist die Masernimpfpflicht nicht in Kraft getreten, schon wird auch darüber gesprochen, andere Impfungen verpflichtend zu machen.
Interessanterweise erinnert sich niemand, dass auch in der DDR oder im 3. Reich Impfpflicht bestand - Staaten, die es mit den Persönlichkeitsrechten nicht sonderlich genau nahmen.

Die drakonischen, völlig überzogenen Strafen für "Impfkritiker", "Impfgegner" oder "Impfverweigerer" muss ich nicht noch detailliert aufführen. Wer Eltern die Kinder aus der Hand reißen will zur Zwangsimpfung, ist im Geiste nah dran am Lagerarzt. Der Zweck heiligt nicht alle Mittel - wie geschichtsvergessen darf man eigentlich sein?

Und nun auch noch Löcher in die Patientendatensicherheit
Das passt zur bisherigen Politik des Herrn Spahn: Patientenwohl ist sekundär, Persönlichkeitsrechte werden überhaupt nicht berücksichtigt. Warum überrascht mich dann nicht, dass auch diese Reform nicht im Interesse von Gesunden und Patienten liegen kann?

Am Ende kann ich mit Gewissheit sagen: wenn Herr Spahn in drei Jahren auf einmal im Aufsichtsrat eines bekannten deutschen Pharmaunternehmens sitzt, dann wundert mich dieser Umstand ebensowenig, wie das Amen in der Kirche. Der Mann ist durch und durch nur den Interessen dieser "Institution" verhaftet und schert sich wenig um die Menschen, die von seienn Reformen betroffen sind.

Hoffen wir mal, dass er nie in die Verlegenheit gerät, selbst "Opfer" dieses Gesundheitssystem zu werden, dass er stets Geld und Einfluss genug hat, sich den eigenen Reformen zu entziehen.

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