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  • Martin Bülow

2 Beiträge seit 14.01.2016

Es ist noch ein weiter Weg !

Die führenden Wissenschaftsverlage unterhalten seit einigen Jahren
eigene open access-Programme, in denen das wissenschaftliche
Publizieren bei offenem Zugang unter CC-BY-Lizenz mit beträchtlichen
Vorabgebühren möglich ist. Zum Beispiel kann seit Beginn des Jahres
2012 ein Fachartikel in Springer’s Open Choice für US-$ 3 000/€ 2 200
(ohne Mehrwert-Steuer) platziert werden.   Wiley’s OnlineOpen öffnet
sich pro Publikation in den meisten der 1 300 Wiley-Fachzeitschriften
für ebenfalls US-$ 3 000 (zumeist zwischen US-$  2 000 und 4 500).  
Elsevier’s (Gold) open access Gebühren pro Artikel liegen im Bereich
von US-$ (500-5 000).   Beispielsweise betragen die open
access-Gebühren für eine wissenschaftliche Original-Veröffentlichung
im Elsevier-Journal Microporous and Mesoporous Materials US-$ 2 500.
Bei einer ausgewiesenen Gebühr von US-$ 35,95 (!) für den einmaligen
Zugriff auf diese Arbeit könnten mit jenem Betrag 70 Zugriffe
abgedeckt werden, womit – zumindest von außen betrachtet – open
access ein vorzügliches Geschäft für den Verlag bedeutet. Mit anderen
Worten, auf diesem Wege wird open access für das Gemeinwesen in sein
Gegenteil verkehrt. 
Einen sehr bedeutsamen, richtungweisenden Schritt hat die Europäische
Union getan, indem sie open access ab 2014 zur Pflicht machte  . Wer
Fördergelder aus dem EU Framework Programme Horizon 2020 bezieht,
muss die Ergebnisse seiner Forschung frei zugänglich machen.   Es
bleibt zu hoffen, dass sich dieses Beispiel durchsetzt, und auch
andere Forschungsförder-Organisationen die Freigabe von Publikationen
zur Pflicht machen. Diese Aufforderung geht vor allem an die
nationalstaatlichen Ministerien und Organisationen, die für  die
Finanzierung der Wissenschaften in ihren Ländern verantwortlich sind.

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