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  • Kai Lahmann

mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.2000

"Admin wählen Admins"

Bei diesem Punkt sollte man bedenken, dass der "harte Kern" der
Wikipedia (also die mit >100 Beiträgen jeden Monat) eine Gruppe von
weit unter 1000 Benutzern ist. Hierunter ist wiederum ein Großteil
der etwa 300 Admins.

Insofern ist die Aussage richtig, die Folgerung aber falschrum: Nicht
weil die Leute Admins sind, nehmen sie viel Einfluss, sondern weil
sie viel Einfluss nehmen, sind sie Admins. Folgerichtig gibt es auch
starke Kritik an Admins, die eben _nicht_ sehr aktiv in dem Projekt
aktiv sind.

Die Kriterien für eine Adminwahl sind entsprechend kompliziert.
Trivial ist die Forderung, sich mit nicht zu vielen Benutzern (nicht
nur stimmberechtigten) angelegt zu haben.
Daneben wird meist die Erstellung zumindest eines Artikels "bis zum
bitteren Ende", also bis zur Wahl zum Lesenswerten- oder besser noch
Exzellenten Artikel gefordert. Hiermit soll sichergestellt werden,
dass sich der Kandidat dem Aufwand bewusst ist, der in einem Artikel
steckt - selbiges soll dazu führen, dass die Arbeit anderer (über
deren Löschung man zu befinden hat) hinreichend gewürdigt wird.
Die Forderungen an die Beitragszahlen sind komplex. Zunächst muss
deren Gesamtzahl sehr hoch sein (meist ist von 10000 Beiträgen die
Rede), aber auch die Verteilung zwischen Inhaltlicher Arbeit an den
Artikeln und Metadiskussionen über die Verfahrensweisen in Wikipedia
ist wichtig. Schreibt jemand nur Artikel, ist schwer zu erkennen, ob
er wirklich alle Regeln kennt; andersherum wird ein reiner
Diskussionsaccount natürlich nicht zum Admin.

Knackig ist die Frage der offiziellen und inoffiziellen Rechte der
Admins. Offiziell haben sie nur drei Rechte: Sperren (Benutzer und
Seiten), Löschen (bzw. Einsehen von Gelöschtem und Wiederherstellen)
und ein "EoD" unter Meta- und Löschdiskussionen zu setzen. Ein
Problem ist allerdings, dass sich die Admins praktisch nur
gegenseitig kontrollieren, weshalb Entscheidungen zwar noch relativ
oft als 'falsch' zurückgenommen, aber fast nie als 'Missbrauch'
beurteilt werden. Zwar können sogenannte "Adminprobleme" auch von
anderen Benutzern beantragt werden, werden aber ob der hohen Zahl an
Unsinnsanträgen wenig ernst genommen.

Sowohl für Sperr- wie auch für Löschentscheidungen gibt es ein
Kontrollgremium, welches auf Antrag tätig wird. Hierbei ist eine
Stellungnahme des entscheidenden Admins zwar ausdrücklich gefordert,
die Entscheidung wird aber von einem anderen Admin geprüft.
Änderungen der vorherigen Entscheidung sind hier nicht selten, ja
selbst durch Admins eingereichte Anträge (auch ein Admin darf einen
von einem anderen Admin gelöschten Artikel nicht ohne Diskussion
wiederherstellen!) stellen keine Seltenheit dar.
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