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  • tiago0815

671 Beiträge seit 24.07.2009

Bitte Tatsachen und Hintergrund beachten !

Hierzu muss man sich aber erst einmal die Vorgeschichte ansehen. Der
nun gestürzte Manuel Zelaya war zunächst im Jahr 2005 als Kandidat
der Liberalen Partei, der PLH, zum Präsidenten von Honduras gewählt
worden. Unterstützt und beraten wurde die PLH damals von einem
deutschen Politberater und FDP-Mitglied mit Namen Peter Schröder, der
unter anderem auch einst das Ressort „Kommunikation und Service“ im
FDP-Parteiapparat innehatte. Zelaya lobte Schröder nach seiner Wahl
in den Himmel und bescheinigte diesem, ihm entscheidend zur Seite
gestanden zu haben. Ohne dessen Hilfe hätte er den Wahlkampf wohl
kaum gewonnen, so Zelaya.
Die Friedrich-Naumann-Stiftung unterhielt hervorragende Verbindungen
zu den Abgeordneten der PLH. Gar jeder zweiter Mandatar soll in engem
Kontakt zu der FDP-Stiftung gestanden haben. 2006 verkündete die
Friedrich-Naumann-Stiftung, dass mindestens vier Minister ihrem
Umfeld zuzurechnen seien. „Unter den 165 gewählten liberalen
Bürgermeistern befinden sich rund 60 Politiker aus dem Umfeld der
Projektarbeit mit der liberalen Jugend“, teilte die Stiftung damals
mit – und sah ihren Nachwuchs „in den Startlöchern für eine
politische Karriere“. Sie werde sich „in den kommenden vier Jahren
liberaler Regierung“ bemühen, an der „Konsolidierung dieses Erfolges“
mitzuwirken und vor allem die Umsetzung der aus ihrer Sicht „dringend
erforderlichen liberalen Reformen in Honduras zu unterstützen“. 

Zelaya begann sich aber in den letzten Jahren stückweise von der  –
von ihm eigentlich zu Anfang beförderten – neoliberalen Ideologie zu
distanzieren, für die insbesondere die Friedrich-Naumann-Stiftung
steht. Zelaya näherte sich nicht zuletzt der ALBA an, dem
lateinamerikanischen Staatenbündnis, welches danach trachtet, sich
aus der Umklammerung des US-Imperiums zu lösen und hierfür regionale
und soziale Alternativen aufbauen möchte. Die ALBA erteilte vor allem
dem gescheiterten neoliberalen Wirtschaftsmodell in Lateinamerika
eine Absage. Insbesondere Hugo Chávez und Evo Morales forcieren den
Aufbau eines „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ und positionieren
sich sehr eindeutig gegen den Einfluss des Nachbarn aus dem Norden.
Die FDP-Stiftung war natürlich empört, dass sich der ehemalige
Zögling vom Neoliberalismus emanzipierte und sich vor allem auch von
ihr selbst lossagte. 

Zelaya begann, sich immer mehr an Venezuela anzunähern, entließ
einige Minister, die nach wie vor dem neoliberalen Entwicklungsmodell
das Wort redeten. Das Fass wurde zum Überlaufen gebracht, als Zelaya
ankündigte, eine Volksabstimmung über die Einführung einer
Verfassungsgebenden Versammlung abhalten zu wollen. Ähnliches ist
bereits in mehreren Staaten der ALBA geschehen und hat dort den
neoliberalen Kapitalismus endgültig in die Schranken verwiesen,
öffnete gar die Tore zur „bolivarischen Revolution“. Die
Naumann-Stiftung intensivierte nun ihre Bemühungen, diese Entwicklung
umzukehren und baute hierbei auf Hilfe aus dem Bundestag. Diese wurde
nicht zuletzt durch Werner Hoyer geleistet, den außenpolitischen
Experten der FDP-Bundestagsfraktion. Hoyer hat aus seiner Zeit als
Professor mit Schwerpunkt außenwirtschaftliche Beziehungen beste
Kontakte zu Kapitalkreisen, ist Präsidiumsmitglied der FDP und
stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Zudem führte er
bis 2005 die „Europäische Liberaldemokratische Partei“, das Bündnis
der EU-Neoliberalen. Als Staatsminister im Auswärtigen Amt war er
maßgeblich an der „Weiterentwicklung“ der EU-Verträge von Maastricht,
sprich am Amsterdamer Vertrag von 1997, beteiligt. Zu den
Befürwortern des Umsturzes in Honduras gehört auch Dr. Hans Georg von
Heydebreck, seines Zeichens Vizepräsident der 
Brasilianisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer sowie
Vorstandsmitglied des Ibero-Amerika-Vereins und nebenbei Manager von
MAN Ferrostaal.

Elvin Santos, ein parteiinterner Gegenspieler des Präsidenten, wurde
durch Hoyer und die lateinamerikanischen Netzwerke der
Friedrich-Naumann-Stiftung (Stichwort RELIAL) massivst unterstützt.
Santos kündigte an, aus der ALBA austreten zu wollen, falls er
Präsident würde. Vertreter der Friedrich-Naumann-Stiftung trafen sich
im Vorfeld des Putsches mit den Santos-Leuten, um diese zum Handeln
zwecks der befürchteten Volksabstimmung zu ermutigen.  Elvin Santos,
durchaus ein renommierter Fachmann für großangelegte
Infrastrukturprojekte und ein erfahrener Politikmanager, ist auch
anderweitig kein Unbekannter: 1981 koordinierte er den siegreichen
Präsidentschaftswahlkampf von Roberto Suazo Cordova, in dessen
Amtszeit die Armee mit brutalsten Mitteln gegen Linksoppositionelle
vorging und der es zuließ, dass die USA Honduras zur Operationsbasis
der nicaraguanischen Contra-Rebellen ausbaute.

Nun verbreitet die Friedrich-Naumann-Stiftung im Gleichklang mit
Medien wie der „Welt“ eine Vielzahl völlig absurde
Entschuldigungsmärchen. Zelaya sei selbst Schuld an dem Putsch, sei
ein „Täter“ und kein „Opfer“. Natürlich ist man sich nicht zu schade,
um die Mär zu verbreiten, nach der angeblich die Gefahr eines
„Überfalls“ Venezuelas und Nicaraguas auf Honduras drohten. Der
Putsch wird zu einer Ehrenrettung der Demokratie umgelogen. Die
Putschisten hätten ganz einfach die moralische Pflicht gehabt, zu
handeln. http://www.freiheit.org/files/62/N_4…taerputsch.pdf

Die Naumann-Stiftung arbeitet seit Jahren an der illegalen
Beseitigung derjenigen Regierungen in Süd- und Mittelamerika, die
sich der neoliberalen Todesideologie wiedersetzen. So wird etwa die
separatistische Bewegung in Bolivien massivst unterstützt. Harald
Neuber berichtete u.a. in einem Artikel: „Auch die FDP-nahe
Friedrich-Naumann-Stiftung sorgte Ende März für Debatten in
Lateinamerika, weil sie an einer Konferenz rechtsgerichteter
Aktivisten im argentinischen Rosario teilnahm. Im Zentrum der Tagung,
an der für die Naumann-Stiftung der liberale Bundestagsabgeordnete
Wolfgang Gerhardt teilnahm, standen die Umbrüche in Venezuela und
Bolivien. Der argentinische Linkspolitiker Miguel Bonasso bezeichnete
das Treffen später als „Mega-Event des ultrarechten liberalen Lagers
aus den USA, Europa und Lateinamerika“. Mit dabei war auch das in
Washington ansässige Cato-Institut, das unlängst einem
venezolanischen Aktivisten in Anerkennung seiner Oppositionsarbeit
gegen die Chávez-Regierung eine halbe Million US-Dollar gezahlt
hatte.“ http://www.quetzal-leipzig.de/themen…inamerika.html


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