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  • freudhammer

829 Beiträge seit 14.12.2014

Irrsinn in Deutschland anno 2019

Hass fällt, wie Verständnis und alles andere, nicht vom Himmel, sondern wird erzeugt. Zurzeit läuft gerade wieder eine Kampagne, die in allen Ritzen und Spalten Hass entdecken soll. Lokalpolitiker werden interviewt, ob sie auch schon einmal beschimpft oder bedroht worden seien. Dabei sind ihre Wähler bereits so lethargisch und entmutigt, dass sie sich nicht einmal mehr Leserbriefe zu schreiben getrauen, geschweige denn in einer Bürgerversammlung zu widersprechen, nachdem sie der Bürgermeister zwei Stunden mit Hilfe von Powerpoint totgequatscht hat.
Wer ständig von Hass redet, produziert ihn. Bevor ein Deutscher sich mal vom Sofa erhebt und einen Bahnsteig besetzt (mit Bahnsteigkarte bekanntlich), wird noch viel Wasser den Rhein und die Donau hinabfließen. Anderswo - etwa in Frankreich - gehen die Zornigen auf die Straße, bei uns schluckt jeder alles runter und statt brennder Barrikaden gibt es halt gesteigertes Sodbrennen... (das wirtschaftlich wieder Umsatz bringt).
Unschlagbar in dieser Hetzjagd der Fall, bei dem ein Politiker den Begriff "Judaslohn" gebraucht hat, mit dem er eine Verbindung zwischen der Verleihung des Verdienstkreuzes und gehässigen Sprüchen von Udo Lindenberg angedeutet hat.
Judas sei bekanntlich ein Jude gewesen und die Verwendung des Begriffes "Judaslohn" sei daher Antisemitismus. Ihr glaubt das nicht? Ich eigentlich auch nicht, aber es ist so geschehen. Irrsinn in Deutschland anno 2019.

PS: Meldung von letzter Woche: Der Antisemitismusbeauftragte, Felix Klein, forderte eine bundesweite Meldepflicht für antisemitische Vorgänge an Schulen, so wie in Baden-Würtemberg und Berlin. An was erinnert mich das alles denn nur, wenn Bürger einander bespitzeln und melden sollen, jetzt sogar Kinder… Das ist praktizierter Hass und Untoleranz, ja, das ist die Saat, die wohl endlich das erzeugen soll, was man unterstellt.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (19.11.2019 11:17).

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