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  • Sebastian

221 Beiträge seit 07.01.2000

Vom Kunden aus denken?

Es wird immer so getan, als ob das Smartphone mit seiner Kamera den gesamten Markt von unten aufrollen würde und den klassichen Markt unter Druck setzt. Stimmt das denn überhaupt?

Ist es nicht eher so, dass das Smartphone Menschen in die Fotografie bringt, die sonst nie fotografiert hätten?

Umgekehrt gedacht: Welcher Hobbyfotograf würde seine bisherige Kamera ausschließlich gegen ein Smartphone tauschen?

Liegt das Problem der Imaging-Industrie nicht darin, dass sie ständig versuchen, den Kunden über Technologie zum Kauf zu motivieren und sich dabei immer weiter vom Bedürfnis vieler Zielgruppen entfernen?

Beispiel MFT: Es gibt eine große Zielgruppe für das System. Es adressiert Menschen auf Reisen, die kompakte Systeme wollen. Menschen, die keine 3000€ für eine Kamera ausgeben wollen und trotzdem sehr gute technische Leistung nutzen möchten. Menschen, die eine Art der Fotografie betreiben, bei der sie keinen großen Chip benötigen, sondern in der sie einfach gute Fotos machen wollen. Menschen, die verstehen, dass Bokeh nur ein kleiner Teil der Gestaltungselemente in der Fotografie sind. Menschen, bei denen das Bild, nicht die Kamera im Vordergrund steht.

Warum glaubt dann alle Welt, dass Panasonic kurzfristig MFT zu Gunsten seines VF opfern muss? Warum glauben viele, dass Olympus schnell nachziehen muss?

Weil sie nicht glauben, dass in dem wachsenden Markt noch Platz für die Bedürfnisse sehr großer Zielgruppen ist, sondern alle Kunden auf Vollformat gedrängt werden müssen? Müssen die Kamerahersteller nicht vielmehr darauf achten, ein skalierbares Angebot für mehrere Zielgruppen zu haben?

Wenn die Einstiegshürde in ein Kamerasystem bei 3000€+x liegt, kann ich für mich sagen, dass ich dann mein Smartphone nutzen werde.

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