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Avatar von hurgaman2
  • hurgaman2

mehr als 1000 Beiträge seit 02.01.2004

Kein Wunder. Wenn man andauernd alles wegwerfen und neukaufen muss...

...dann vergeht einem ruckzuck die Lust an diesem tollen Metier.

Früher kaufte man sich in der Jugend einen preiswerten SLR-Body mit
Kit-Objektiv. Dann das erste Tele. Der erste Blitz. Dann einen Body
mit mehr Möglichkeiten, ein WW, das Tele bekommt einen
2x-Telekonverter. Besserer Blitz. Filter für die Objektive. Dann den
ersten "großen" Body. Und so weiter und so weiter.

Anbauen, anbauen, nichts wegwerfen.

Selbst den Einstieg in das AF-Zeitalter hat man halbwegs schmerzfrei
hinbekommen, wo das Bajonett gewechselt wurde gab es Adapter.

Aber beim Einstieg ins Digitale gings los. Erst gab es ewig und drei
Tage kein Vollformat. Als das dann mal kam war es unbezahlbar teuer,
und in der Zwischenzeit las man eine Horrorstory nach der anderen.

Früher gab es genau eine, schlimmstenfalls zwei Firmwarereleases für
eine Kamera. Die konnte man selbst auch gar nicht wechseln.

In der digitalen Welt gibt es Bugs ohne Ende, Inkompatibilitäten ohne
Ende, und Skurriles à la "Body XY hängt sich auf, wenn man
gleichzeitig Blitz Z anschließt und Objektiv T auf nn Millimeter
Brennweite stellt" (fiktives Beispiel zur Illustration).

Oder der Hersteller wechselt einfach stickum das Datenprotokoll beim
Blitz. Mal mit neuem, mal sogar mit dem alten Blitzschuh. Das bekommt
man erst dann mit, wenn die ersten Käufer im Internet berichten "mein
nagelneuer Blitz funktioniert nicht an meiner Kamera vom lezten
Jahr".

Und das ganze im dick vierstelligen Preisbereich, mit Tendenz zu fünf
Stellen? Nein, danke.

Selbst Pros vergeht die Lust, in Zeiten in denen die Süddeutsche
lumpige 60 Euro für ein Foto zahlt, aber natürlich die Bilder in
Nikon RAW erwartet...

Der Journalistenverband hat ja mal ausgerechnet, dass ein heutiger
Fotograf an die tausend Bilder pro Tag (!) schießen muss, um vom
Fotografieren leben zu können...

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