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  • rd

mehr als 1000 Beiträge seit 07.04.2000

Wieder eine Messe kaputtgebastelt

Eine Leitmesse kann man nicht "mal eben ein bisschen aussetzen". Weil andere nur auf so eine Gelegenheit warten, die Lücke um jeden Preis mit sich selbst zu füllen versuchen und dann ruckzuck eine andere Messe für dieses Thema etabliert ist.

Aber ausgerechnet mit rückläufigen besucherzahlen zu argumentieren, wo doch die letzten Male immer von neuen Rekorden gersprochen wurde, ist schon albern.

Mit der Photokina waren die Veranstalter die letzten Jahre sehr gierig: Zu gierig, meiner Meinung nach.
Erst hörte man von Standbetreibern, dass die Standmieten sehr stark gestiegen seien. Kleinere konnten oder wollten sich das teilweise gar nicht mehr leisten, einige Größere hatten ihre Auftritte teils deutlich verkleinert.
Alles, was nicht um Technik und direkt verkaufbare Produkte ging, wurde zurückgefahren, zum Beispiel die Ausstellungsflächen.
Das Catering wurde immer schlechter. Ob auch teurer, weiß ich gar nicht. Aber die Qualität wäre sogar zu einem normalen Preis erbärmlich gewesen, für die überteuerten Messepreise war sie eine Ohrfeige für jeden Besucher oder Anbieter.
Dazu so gut wie keine Sitzplätze außerhalb von Gastronomiebereichen (vor allem bei schlechtem Wetter, wenn der Hof dazu nicht geeignet war). Wer sich also mal eine halbe Stunde setzen wollte, musste ins Restaurant und überteuerten Biomüll kaufen.
Dann diese abgedrehten Sparkonzepte wie dass ein Stand nur die Hot Dogs verkauft, ein anderer die Kaltgetränke und ein dritter den Kaffee. Ja klar, für einen Hot Dog und ein Wasser lässt man die Leute zweimal ne halbe Stunde anstehen (denn so überlastet waren die Stände immer, wenn ich dort war). Da konnte man sich dann überlegen, ob man sein Getränk warm oder den Hot Dog kalt werden lassen möchte.

Die Besucherzahlen wurden meinem Empfinden nach geschönt, indem man Horden von Teenies die Zutrittskarten geradezu nachgeworfen hat. Zwar ist es schön, dass sich auch der Nachwuchs interessiert und herangeführt wird, aber das hätte man ein bisschen kanalisieren müssen. Die Aussteller müssen einen Messeauftritt auch wirtschaftlich vertreten können und wenn die potentiell solventeren Erwachsenen durch die Trauben der Teenies gar nicht mehr zu den Produkten kommen, dann ist das nicht gut für dieses Ziel.

Dann kam die Gier mit "ab jetzt jährlich" (mag noch sinnvoll sein im Zeitalter der schnellen elektronsichen Evolution mancher Geräte) und dem Plan, zwischen dem letzten zweijährlichen und dem dann jährlichen Zyklus nur ein halbes Jahr liegen zu lassen. Oh Wunder, viele davor treue Anbieter sagten ab. Und je mehr das taten, umso logischer mustsen weitere abspringen, denn zu einer etwas besseren Sony- oder Canon-Hausmesse kommen zu wenige Besucher.

Ich habe über Jahre von Ausstellern gehört, dass sie ernsthaft überlegen, nochmals zu kommen, weil die Preise so erhöht wurden, und ich habe von vielen Besuchern gleiches gehört - da aber ging es neben dem Eintrittspreis um anderes, siehe oben.

Tja. "Einstweilen ausgesetzt". Es war schön mit Dir, Photokina.

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