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  • Heurtebise

mehr als 1000 Beiträge seit 08.03.2006

Macht es Spaß, sich gegen den technischen Fortschritt rabulistisch zu sperren?

Ich schlage dir vor, bei deiner Ablehnung von "proprietären" Lösungen bei rein mechanischen Anschlüssen zu bleiben. Die sind ja mit bloßem Auge, plus eventuell Schublehre, dem "reverse engineering" zugänglich. Wie wäre es mit M42x1? (K-Bajonett dürfte dir schon wieder "proprietär" werden.)

Alle späteren Objektivanschlüsse, bei den Elektronik ins Spiel kommt (außer vielleicht VEB Pentacon Electric), ist schon ein bisschen komplexer und eben nicht ohne Einschränkung untereinander kombinierbar. Das ist nun mal der Preis des technischen Fortschrittes.

Der letzte Fotohersteller, der sich dem Wettbewerbsdruck nicht stellen musste, war AFAIK der vorgenannte VEB Pentacon. Was aus seinen einst teils weltweit innovativen Unternehmen geworden ist, brauchen wir nicht weiter aufzuführen, bereits in den späten 1970er war der Zug längst abgeflogen (oder so). 



Selbst in der UdSSR gab es mehrere Fotohersteller: Krasnogorsk, LOMO, BelOMO, Arbeitskommune Feliks Dcherschinski (FED), Kiev usw., um nur einige zu nennen. Es waren in der UdSSR sogar nicht nur dreiste Kopien, sondern einige innovative Lösungen dabei – die sich freilich mangels eines freien Marktes nie durchsetzten. Reglmenentierung ist nun mal auch fortschrittsfeindlich.

Manchmal müssen halt die alten Techno-Zöpfe ab: Lochkarte, Floppy-Laufwerk, Kolloid-Naßplatte, Autochrome… So handelte sich Canon sich in den 1980er mit EOS einiges an Ärger ein. Da passten die FD-Objektive plötzlich nicht mehr – wohlgemerkt gab es auch keinen Adapter, da plötzlich alles anders war: Auflagemaß, Blendenübertragung (FD = rein mechanisch, EOS = rein elektronisch), Objektivifo (dito). Ja noch nicht mal mehr einen Blendeneinstellring hatten die neuen EOS-Gläser.

All das hat Canon natürlich nicht aus Nächstenliebe gemacht. Sondern um zukunftsfähig zu bleiben. Das bedeutet für ein Unternehmen natürlich: weiterhin wirtschaftlich sein, Geld verdienen.

Gut 30 Jahre später gibt der Erfolg dem damals als wirklich extrem empfundenen Schritt von Canon weiterhin Recht.

Im Übrigen ist Nikon mit dem bisherigen F-Anschluss schon mehrere Male nicht kompatibel zu sich selbst gewesen: die "Kimme"-Übertragung des Blendenwertes musste als erstes dran glauben, und auch die "Stangen"-AF-Objektive sind längst nicht mehr an jeder Nikon-DSLR ohne weiteres nutzbar.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (14.08.2018 10:49).

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