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70 Beiträge seit 17.06.2008

Erfahrungsbericht Bauvorschlag 2021 mit openSUSE Leap 15.2

Erfahrungsbericht Bauvorschlag 2021 mit openSUSE Leap 15.2

Ich habe meine letzten ... 8? PC selbst zusammengestellt. Als die c't begann, Vorschläge zu veröffentlichen, habe ich mich an diese gehalten. Ich habe den Allround-PC gebaut mit AMD Ryzen 5 3600XT 6-Core (der war nur ein paar Euro teurer als das Basismodell). Als Grafikkarte wollte ich meine alte RTX 2060 weiterverwenden.

Leider hatte ich dieses Jahr einige Probleme.

Erster Zusammenbau. Einschalten. Knopf leuchtet, Lüfter laufen an, Monitor bleibt schwarz. Auf Piepser verzichten die Hersteller ja schon seit einer Weile und auf POS Code Anzeigen sowieso. *seufz* Fehlersuche.

Hm... Zum Testen habe ich die Grafikkarte nicht eingebaut. Bekommt man da überhaupt ein Bild?

Scheint nicht so... Wunsch an die Redaktion: Wenn das Board Anschlüsse hat, die ohne Zusatzhardware nicht funktionieren, dann bitte im Artikel erwähnen. Wenn da ein Loch für DP ist, dann erwarte ich schon, dass da was kommt.

Mit Grafikkarte ... keine Änderungen. Artikel nochmal gelesen. Die CPU wird ohne BIOS Update nicht unterstützt? Ach so. BIOS Update heruntergeladen. QFlash klingt super ... aber wie GEHT DAS? Anleitung? Fehlanzeige ... Nicht mal auf den Support Seiten von Gigabyte ist was brauchbares zu finden. Da steht nur, wie man das Update macht, wenn das BIOS überhaupt startet. Dabei ist der QFlash-Knopf hinten ja das Entscheidende! Google hilf ... da habe ich ein Video gefunden:

https://www.youtube.com/watch?v=7cQLYROKJ_Q&ab_channel=Mike%27sunboxing%2Creviewsandhowto

Später dann auch ein Blog: https://www.aorus.com/blog/How-to-Update-Your-BIOS-Part-2.php (ganz unten)

In Kurzform:

- USB Stick mit FAT32 formatieren
- Update herunterladen
- Auf dem Stick entpacken
- das BIOS Update (die grösste Datei) umbennen in GIGABYTE.bin (Wichtig: Gross-/Kleinschreibung unbedingt einhalten!)
- USB Stick in den einzelnen Port neben dem Q-Flash Button hinten am Mainboard einstecken
- *ALLES* ausbauen: RAM, CPU, Grafikkarte, Massenspeicher abhängen. SONST FUNKTIONIERT DER BUTTON NICHT!
- Strom ein
- Q-Flash Knopf drücken
- Jetzt beginnt eine LED hinten zu blinken. Erst schnell (Vorbereitung), dann langsam (während geflasht wird)

Hab ich gemacht. Blink-Blink-Blink-Aus. Nochmal. Blink-Blink-Blink-Aus. *GROSSES SEUFZ*

Fehlersuche.

Ich hab die ATX12V Anschlüsse vergessen. Und siehe da: Es kommt ein Bild. Jetzt kann ich das Update vom BIOS aus starten. Nanu? Er mag das File nicht??? Warum????

Urgh. Beim Bestellen ist mir ein Fehler unterlaufen. Ich habe das AUROS Elite *V2* gekauft statt dem AUROS Elite. Hab das falsche Update heruntergeladen. Was haben wir gelernt: Gigabyte prüft, ob das Update zum Board passt. Sehr schön. Neues File und endlich ist das Update abgeschlossen. Uffff...

Hmmm.... irgendwas brummt...

Im alten be quiet Gehäuse waren die Lüfter noch mechanisch enkoppelt (mit Gummidämpfern). Im BG034 sind sie normal festgeschraubt. Vor allem der Lüfter vorne brummt hörbar. Tip: Kauft euch Dämpfer so wie Noctua NA-SAV2 oder Alpenföhn Case Spätzle.

Ausserdem habe ich die Lüfterkurve vorne so angepasst, dass sie unter 30° gar nicht mehr anspringt.

Dann Linux von der alten Samsung EVO auf die PRO umziehen. Das ist eine längere Geschichte, wenn man mit einem verschlüsselten Dateisystem arbeitet.

Kurzform:

- /boot/ sollte eine extra Partition sein, ca. 300 MB gross. Sonst muss man im Bootloader sein Passwort mit der Englischen Tastaturbelegung eingeben.
- Am einfachsten ist der Umzug, wenn man ein Minisystem installieren lässt, dann alle Dateien vom Backup einspielt, nachdem man /etc auf dem NEUEN Rechner gesichert hat. Nach dem Restore die Dateien /etc/fstab und /etc/crypttab vergleichen und die neuen Einträge in die alte Datei kopieren.
- "sudo mkinitrd" aufrufen, damit die geänderten Dateien ins initrd Image kopiert werden. Mit "lsinitrd" kann man sich den Inhalt des Image ansehen und auch einzelne Dateien extrahieren:

lsinitrd /boot/initrd-5.3.18-lp152.50-default etc/crypttab

Hier prüfen, ob die UUID mit dem gewünschten Device übereinstimmt. Die UUID kann man sich so anzeigen lassen:

lsblk -o +uuid

Netzwerk. Das Board kommt mit einem RTL8125 Chip, der vom Standard openSUSE Kernel nicht unterstützt wird. Google hat diesen Treiber gefunden: https://build.opensuse.org/package/show/home:Sauerland/r8125

RPMs kann man hier herunterladen: https://build.opensuse.org/package/binaries/home:Sauerland/r8125/openSUSE_Leap_15.2

Wenn man das RPM installiert, erzeugt es eine neue Datei:

/lib/modules/5.3.18-lp152.19-default/updates/r8125.ko

aber ich habe .50 statt .19. Lösung:

cp /lib/modules/5.3.18-lp152.19-default/updates/r8125.ko /root mkdir /lib/modules/$(uname --kernel-release)/updates/ cp /root/r8125.ko /lib/modules/$(uname --kernel-release)/updates/ depmod -a

Die erste Zeile kopiert den Treiber an eine Stelle, wo man ihn leicht findet.

Nach jedem Kernel-Update muss man den zweiten Block ausführen. Wenn man "$(uname --kernel-release)" durch die Version des neuen Kernels ersetzt, kann man das auch vor dem Reboot machen.

insmod /lib/modules/$(uname --kernel-release)/updates/

Damit ist der Treiber geladen. In YaST das Netzwerk konfigurieren. Dabei hatte ich Probleme: Durch den Restore hat sich YaST die Einstellungen vom alten PC gemerkt. eth0 war der falschen Hardware zugewiesen. Ich denke die beste Lösung:

- Treiber einrichten
- eth0 löschen
- Reboot
- evtl. "depmod -a", wenn er den Treiber nicht findet
- YaST starten, Netzwerk einrichten. Jetzt sollte RTL8125 eth0 zugewiesen sein. Mit DHCP einrichten und OK.

Jetzt sollte das Netzwerk tun (auch nach dem nächsten Reboot).

zppyer ref && zyper up

Updates einspielen, reboot. Fertig. Ufff.

Fazit:

Der Bauvorschlag ist solide, aber als Artikel schwer nachvollziehbar. Ich würde es schön finden, wenn ihr eine Online Version mit Schritt-für-Schitt Anleitung machen würdet. Dann könntet ihr an jeden Schritt weitere Artikel mit Tipps zum Schritt selbst und zur Fehlersuche anhängen.

Beispiel CPU: An den Ecken anfassen, locker auf den Sockel legen und dann so lange sanft hin und her schieben, bis sie von alleine in die Löcher fällt. Wenn das nicht klappt, umdrehen und nochmal genau hinsehen, ob sie richtig ausgerichtet ist.

Mit dem Gehäuse bin ich am unzufriedensten:

1. Keine HD Aktivitäts Anzeige (für mich ein enorm wichtiges Indiz, ob der PC abgestürzt ist oder gleich abstürzen wird).
2. Kein Reset Knopf.
3. Ein USB-C Anschluss vorne wäre auch schön gewesen.
4. Lüfter sind zu laut.

Auch das Netzteil habe ich normal (Luft nach oben) eingebaut, weil ich so besser an die Kabel komme und diese nicht so verdreht werden.

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