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Re: Ryzen-Allrounder 2020: Prozessor mit GPU und Mainboard dafür

Waldkater schrieb am 21.04.2020 17:50:

Was ist denn unter ubuntu anders als unter Windows 10?

aus meiner sicht:
- die grundlegende architektur (z.b. alles ist eine datei, paket-management, multi-user),
- die vielfalt und flexibilität (z.b. desktops, einsatzzwecke)
- die transparenz (alles ist offen und gut dokumentiert),
- die kontrolle über das system (ergibt sich aus den ersten drei punkten und den vielen tools, die dabei helfen),
- es ist freie software (frei wie in freiheit und nicht nur wie in freibier).

edit: explizit bei ubuntu natürlich auch der desktop: alles aufgeräumt, funktional, einfach zu nutzen, gute suchfunktionen, beste implementierung von zeitgeist, übersichtliche systemeinstellungen, gut vorkonfiguriert. und immer ein terminal verfügbar, wenn ich es brauche ;-)

Ich bin da wirklich ein DAU.

das macht ja nix. es gibt ja keine zwingende notwendigkeit, sich mit linux auseinanderzusetzen. die meisten menschen wollen computer einfach nur nutzen, ohne verstehen zu müssen, wie das funktioniert, am liebsten, ohne irgendwas konfigurieren zu müssen -- einschalten und fertig. das ist vollkommen legitim, wenn auch etwas naiv.

in linux bzw. eine linux-distribution deiner wahl kannst du dich ganz einfach einarbeiten, ausprobieren, annähern oder was auch immer. du mußt nur ein image runterladen, auf einen usb-stick kopieren und neustarten oder in einer vm installieren. wie weit du dann tatsächlich bereit bist, dich auf neues einzulassen, dich einzulesen und anfangsfrustrationen auszuhalten, bestimmst du selbst. bleib ein dau oder ändere es, aber fühl dich nicht dazu verpflichtet -- es gibt auch noch andere schöne hobbies.

Ich habe mich mal an Linux Mint versucht, und es irgendwie geschafft, den Druckertreiber für mein All in one von Brother zu installieren. Ich habe es zwar mit Ach und Krach geschafft über die Konsole, trotzdem funktionierte hinterher gar nichts.

dazu kann ich nicht viel sinnvolles sagen, weil ich dein druckermodell nicht kenne. ich nutze schon lange fast ausschließlich hp-drucker, die gar keine probleme machen. wenn ich sicher sein will, daß ich keine zickereien erlebe, sehe ich VOR der anschaffung im treiber nach, ob das modell mit allen funktionen unterstützt wird.

Selbst Sachen einzuscannen so komfortabel wie unter Windows ging nicht geschweige denn das gleiche zu erwarten wie unter Windows.

scannen unter windows ist doch ein albtraum. da muß man erstmal ein passendes programm finden oder das des scannerherstellers nehmen, sofern es für die aktuelle windows-version überhaupt noch verfügbar ist (ich denke gerade an canons mp navigator ex). in ubuntu und vielen anderen linux-distributionen funktioniert der scanner einfach und man startet ein vorinstalliertes programm (ich nutze simple-scan) oder lädt sich aus den paketquellen ein anderes (ja, ganz ohne auf dubiosen software-portalen mit werbung und müll zugeschissen zu werden und dann nur eine 30-tage-testversion zu bekommen). auflösung und farbtiefe ändern, schnelle nachbearbeitung, mehrere seiten als pdf-dokument speichern -- das alles können diese programme, seit ich denken kann.

Kann du @Quadratschädel mir sagen wo insbesondere Linux seine Vorteile ausspielt gegenüber Windows?

in meinem fall spielen bei der entscheidung für linux sicherlich auch ganz persönliche gründe eine rolle. da ist das technische interesse und der wunsch, das system zu verstehen, sowie die faszination für die ständige weitere entwicklung. dazu kommt, daß ich ein verfechter der prinzipien freier software bin, sowohl aus weltanschaulichen gründen als auch ganz praktisch. endgültig zu ubuntu gewechselt bin ich in 2006 nach mehreren ausflügen zu anderen distributionen (knoppix, red hat, suse), weil ich etwas wollte, das auf meinem notebook genauso gut und einfach funktioniert wie auf meinem desktop-pc. zu der zeit und auch noch eine weile später habe ich an manchen web-projekten mitgearbeitet, und weil die meisten web-server mit linux laufen, war es praktisch, das auch auf meiner maschine zu haben. schlußendlich liegt es auch an der community: im linux-umfeld gibt es viele kluge und interessante leute, es werden interessante ideen diskutiert, man erfährt bei problemen viel unterstützung.

edit: ich nutze computer nicht fürs gaming, schließlich sitze ich sowieso schon viel zu lange vor dem bildschirm. du wirst sicherlich schon bemerkt haben, daß mir gaming-aspekte deshalb herzlich egal sind.

derzeit teste ich ubuntu 20.04, das in wenigen tagen offiziell erscheinen soll. aus bequemlichkeit werde ich es vermutlich nutzen, aber ich schaue mir auch immer wieder andere distributionen an. wenn man mit linux arbeitet, muß man sich ohnehin breiter aufstellen, deshalb läuft hier auch immer ein centos (auf rhel basierend, oft auf servern anzutreffen). außerdem werde ich endlich wieder ein eigenständiges videoschnittsystem einrichten, aber da ist noch nix entschieden. auf meinem notebook läuft übrigens mac os, das vielen linux-distributionen ähnlicher ist, als man auf den ersten blick denken würde ;-)

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.04.2020 01:09).

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