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  • NO ROM BASIC

mehr als 1000 Beiträge seit 19.02.2001

Es ist einfach Handwerklich schlecht

Man sollte da zwei Dinge trennen: An einem Layout ist naturgemäss vieles Geschmackssache und da gibt es kein richtig und falsch. Für meinen Geschmack hat das Gesamtbild die Anmutung einer Werbebroschüre. Artikel sehen aus wie Anzeigen.
Mir gefielen auch die meist witzigen Artikeltitelbilder von TSA et al besser, als die jetzigen billigen Stocks aka "Symbolbilder".

Aber daneben gibt es noch so was wie handwerkliche Kunst, sie sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Und diese Regeln haben einen Grund, nämlich Einheitlichkeit (ein Layout dient ja auch dem Wiedererkennungswert) und Lesbarkeit.

Also:
Viel zu viel verschiedene Schriftarten auf einer Seite und im Heft. Das sieht aus wie damals in den 90ern, als jede Sekretärin meinte dank DTP die Layouts jetzt selbst machen zu können.

Verschiedene Doppelseiten sehen aus wie aus einem andern Heft: Mal die Bilder zum Rand, mal nicht, die Text mal bündig, mal nicht, etc. pp.

Ja, Weissräume können Helfen. Aber zB der CPU Sockel Artikel hätte im alten Layout bestenfalls die Hälfte des Platzes gebraucht. Offensichtlicher kann man ja nicht mehr Seiten schinden. (Dass der Inhalt nicht viel mehr als ein "Zusammenzug" aus der Wikipedia ist, lassen wir mal grosszügig weg.)

Und schliesslich die Anreisser mit viel zu schwerem Schriftschnitt und viel zu grosser Laufweite. Das ist einfach schlecht lesbar, das hat mit Geschmack nichts zu tun.

Alle Leute hier, die beruflich mit Layout und Schriftsatz zu tun haben, finden das neue Layout eine Katastrophe. Von Jung bis alt.

Bleiben wird es aber natürlich. Man kann ja nach all der investierten Arbeit und dem vielen Geld nicht zum Scheffe und ihm sagen: "Sorry ging in die Hose,war alles für den Eimer". Von daher ist auch das Leserfeedback nur Fassade: Wenn da wirklich einschneidende Änderungen nötig sein sollten, wird wohl jemand bei Heise ein ernsthaftes Problem mit der Teppichetage bekommen.

Mein persönliche Prognose:
Heise wird mit dem laufenden Umbau der c't (bei Inhalt und Form) vom Fachmagazin zum hippen Nerdblättchen die Stammleser vertreiben und die Hipster (mindesten die, die noch wissen, was Papier ist) werden bei ihren einschlägigen Postillen bleiben. Ich hoffe, es kommt anders.

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