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  • Axel Farr

918 Beiträge seit 06.05.2002

Re: hd filme lasten pcs auch so ganz gut aus

AmenophisIII schrieb am 7. Juli 2007 13:32

> "Ohne ihn wären aktuelle CPUs nahezu arbeitslos beim Abspielen
> hochaufgelöster Filme."

> drm bashing in allen ehren... aber nicht mit unehrlichkeit (ironisch
> wird es ja nicht gemeint sein(?))

Der Zahlenwert bestimmt nicht, aber realistisch dürfte er dennoch
sein.

Siehe den Artikel über Hardware-Beschleunigte HD-Wiedergabe im Heft.
Dort kommen sehr schnelle CPUs (nicht relativ zu den aktuell
erhältlichen Modellen, sondern zur Gesamtheit der vorhandenen
Prozessoren) auf Belastungen von minimal 30-40%. Aber die CPU macht
fast nichts, außer dem Laufwerk zu sagen, wo die Daten hingelesen
werden müssen (macht das Laufwerk per DMA dann alleine), den
AES-128-Code über die Verschlüsselten Daten laufen zu lassen (das
sind vermutlich 80-90% der Arbeit, die die CPU tatsächlich zu leisten
hat), der Grafikkarte dann die Kommandos zu erteilen, was wohin zu
verteilen ist (das ist relativ einfaches Abarbeiten von Tabellen auf
einer begrenzten Menge an Daten) und die Grafikkarte erledigt dann
den große Rest an Arbeit.

Soll heißen: Der Kopierschutz ist schon ein heftiger Brocken. Würde
man die CPU alles selbst machen lassen, reichen selbst CPUs vom
Schlage eines Athlon X2 6000+ nicht! Dann kommen aber immer noch ca.
10-15% der Arbeit vom Kopierschutz. Bei modernen Grafikkarten werden
zwar 80% der Rechenarbeit von der Grafikarte erledigt, die kann das
aber deutlich effizienter, da deren Schaltkreise darauf "geeicht"
sind, in Hardware die entsprechenden Algorithmen zu erledigen, nur
noch ca. 10-20% der Arbeit werden dort in SW abgearbeitet.

Beim Kopierschutz ist aber auch ähnliches möglich: Es gibt z.B. von
Cyrix x86-CPUs, die eine Art Koprozessor für AES (und auch ältere
Verschlüsselungsalgorithmen wie DES und 3DES) intus haben, die werden
auch mit einem Bruchteil der CPU-Last eines DualCore mit der
AES-Dekodiererei fertig.

Und noch etwas:

CSS der DVD war ja auf die Leistungsfähigkeit der damaligen CPUs
ausgelegt, das waren damals (zu Zeiten, als die DVD um 1996 herum
designt wurde) noch der olle Pentium II. Als Intel 1998 anfing, an
HDCP zu arbeiten, verwendete man als "Schutz" einen Algorithmus, der
sehr an 3DES erinnerte, und den (interessanterweise) eine damals
avisierte P-4-Architektur ebenfalls mit ca. 20-30% Last erledigen
konnte. Die Intention von Intel war damals auch gewesen, HDCP
komplett in Software zu erledigen - die Hardware, die für HDCP
benötigt wird ist identisch zu der von ganz normalen Grafikkarten,
die einen DVI-Port haben. Gescheitert ist das dann an den zu rigiden
Kopierschutzbedingungen: Die Keys dürfen nirgens im Speicher liegen,
und das war mit einem reinen SW-Kopierschutz nicht zu schaffen. Also
blieben die Grafiktreiber mit HDCP-Unterstützung Labormuster, bis
dann irgendwann die Verschlüsselung in die Treiberchips
hineinwanderte und nicht eine verschlüsselte Kopie des
Bildschirminhalts für das Monitorbild generiert werden mußte.

Gruß, Axel

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