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  • Rookie-Doo

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Re: Linux und Windows

Heavy_D. schrieb am 20.10.2018 00:52:

Heavy_D. schrieb am 19.10.2018 13:00:

Es geht nicht darum, dass sie out-of-the Box laufen.

Durchaus. Vor einigen Jahren wurden meine eigenen GNU/Linux-Umstiegsversuche durchaus noch durch das Problem verhindert, dass WLAN, Drucker&Co eben nicht problemlos funktionierten wie unter Windwos. Das hat sich mittlerweile grundlegend gewandelt.

Das werden Dir vielleicht 10% beantworten können.Frag doch mal die Smartphone-Zombies was für ein Betriebssystem auf dem Handy läuft...

Ich denke schon, dass auch ein Großteil der "Smombies" zumindest zwischen iOS und Android zu unterscheiden wissen (allein schon deswegen, weil es die entsprechenden Werbe-Logos für die App-Repos gibt). Zumindest habe ich das nach vielen Jahren First-Level-Support in Multi-OS-Umgebungen (Bildungseinrichtungen) so festgestellt. Dass sie nicht wissen, dass Android ein GNU/Linux-Derivat ist, ist natürlich klar. Das ist aber nicht ihre Schuld und kann man ihnen erklären. In einer "Linux Install Party" ist der Ansatz "jeder von euch, der Android nutzt, nutzt bereits GNU/Linux" sogar perfekt, um sogleich das Prinzip von Softwareinstallationen nicht "über EXEn", sondern via Repository zu erklären (denn der PlayStore bzw. App Store ist bekannt und muss nur auf andere Distris hin übersetzt werden).

Was ich meine, sind die PC's.
Solange ich unter Linux nicht ALLE meine Spiele zocken kann, ist Linux keine Alternative für mich.

Würde ich auch nicht mehr so unterschreiben. Seit Steam ist der GNU/Linux-Support seitens der Spiele-Industrie sehr viel größer geworden und es wird explizit nach GNU/Linux-Portierungen gefragt - was leider noch lange nicht heißt, dass die entsprechenden Spiele-Entwicklungen dann auch Freie Software sind. Zuletzt viel mir das beim akt. "Battletech" auf: https://www.kickstarter.com/projects/webeharebrained/battletech/posts/2300152 :

> The long-awaited, much-anticipated Linux version of BATTLETECH is now available in Beta on Steam! When it goes live, the official Linux version will release on all supported distribution platforms.

Selbst bei Word- oder Excel-Dokumenten brauchst Du mir nicht mit Linux kommen. Du kannst vom 0815-User einfach nicht verlangen das solange zurecht zu frickeln, bis es so formatiert ist wie unter Windows.

Ich glaube Dein Menschenbild ist hier eher das Problem. "Verlangen" kann ich das auf jeden Fall, die Frage ist, mit welcher pädagogischen Herangehensweise. Zuerst einmal musst Du den Leuten intrinsische Motivation liefern, Freie Software zu nutzen. Das geht prima über die Videos https://u.fsf.org/user-liberation/ und https://publiccode.eu - über die dort anschaulich gemachte gesellschaftliche Relevanz von Freier Software kommt man dann ins Gespräch, genau wie die Leute sich für "FairTrade
" interessieren, wenn sie merken, dass mit ausbeuterischer Produktion in den Ländern am Ende niemandem geholfen ist, auch nicht der "Geiz ist geil"-Fraktion.

Die Arbeit macht sich keiner.
Denen wird doch alles vorgekaut.

Und hier haben wir das Problem: *Weil* "denen" alles vorgekaut wird, macht sich "keiner" die Arbeit (nicht andersrum).
Kurzum: Wenn Dich als IT'ler der status quo aufregt, versetz sich bitte in die Lage der User, die nicht etwa dumm *sind,* sondern dumm *gemacht* worden. Dafür können diese User angesichts milliardenschwerer "get them while they are young"-Strategien von Microsoft&Co aber nichts, Schuld daran ist der fehlende Weitblick der IT- und Politiker-Generation vor uns, die das nicht haben kommen sehen, denn es ist kein Zufall, dass ich in meiner Schule im sich gerade etablierenden Informatik-Unterricht vor einem Windows-Rechner saß (das einzige, was Microsoft immer gut konnte, war Vendor Lockins zu erzeugen, indem es sein OS als alternativlos in den Köpfen verankerte).

Schau Dir das doch alles genau an:
Bei iOS und Android ist doch schon vieles Zwang und zentralisiert.
Diese User leben doch schon mitten drin!

Bei iOS mag das sein, bei Android nicht. Ich nutze mein GApps-freies CustomRom mit App-Bezug über F-Droid und bin sehr zufrieden damit. An meiner Uni finden die ersten "befrei Dein Android"-Parties statt analog zu "Linux Install Parties", die explizit keine "Nerd-Veranstaltungen" mehr sind.

Und anders wollen sie es wahrscheinlich auch nicht. Es ist bequem.

Bequem ist es durchaus, aber wie gesagt sind Menschen lernfähig, wenn man ihnen mit didaktischer Kompetenz begegnet und ihnen triftige Gründe liefert, sich gegen Probleme zu positionierern. Das funktioniert nicht nur bei physisch Greifbarem wie dem "Hambi", sondern auch im virtuellen Raum. Besonders als IT'ler kann man hier durchaus auch mehr tun, als nur zu beraten, weil man ja in der Regel im Freundes- und Bekanntenkreis "genötigt" wird, sich um die Rechner zu kümmern: Hier habe ich vor 3 Jahren "kurzen Prozess" gemacht: Support gibt es nur noch für GNU/Linux-Systeme. Da die meisten dieser User eh nur Surfen, Mails abrufen und ab und an an irgendein Amt einen Breif schreiben, ist die Umgewöhnung zu Firefox, Thunderbird und LibreOffice nicht nur zumutbar, sondern auch faktisch kein Problem. Und was die Leute "von zu Hause" kennen, nutzen sie später auch eher in Behörden.

Ergo: Mich regt der Zustand genauso auf wie Dich, aber *Du* (!) kannst etwas dagegen unternehmen.

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