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  • Boandlgramer

mehr als 1000 Beiträge seit 11.04.2016

Verarbeitung Live Streaming...

Ich hab' live streaming von Rennsportveranstaltungen gemacht - und wir haben damals in einem Full-HD-Stream via Satellit vier Kanäle eingebettet und die am Downlink wieder in vier diskrete Streams geteilt.

Die ganze Kette brauchte zwei Sekunden vom Auto zum Uplink, vielleicht eine Sekunde für den Satelliten und dann nochmal zwei Sekunden vom Downlink zum Hoster. Die restliche Zeit verballert der Hoster... Weltweite Distribution, Load Balancing und was die halt beim Host für die eigene Hygiene brauchen. Am Ende brauchten die Streams innerhalb Europas 30 bis 45 Sekunden.

Ein genauso großes Problem sind die Clients selber, weil deren Buffer sich in der Regel selbstständig konfigurieren. Der VLC ist da nicht besonders gut (2 bis 3 Sekunden Delay), HLS ist ein Alptraum (12+ Sekunden, meistens über 20), State-of-the-Art ist immer noch Flash/RTMP mit minimalem Delay (unter einer Sekunde) oder WebRTC, aber hier steckt das one-to-many noch in den Kinderschuhen.

Die meisten Videoplayer können sowohl RTMP, als auch HLS und eventuell DASH. Weil bei RTMP (RTSP auch nicht) an sich keinen Mechanismus zur Bandbreitenanpassung kennt und das gerade für mobile Anwendungen aber wichtig ist, gehen die meisten Anbieter dann auf HLS, weil es einfacher ist hier in die parallelen Streams mit niedriger Bandbreite (und gegebenenfalls wieder zurück) zu wechseln.

Jetzt ist es aber so, dass bis zur Übergabe an den Hoster die Verarbeitungskette für den Regulären Sendebetrieb praktisch die gleiche ist. Was man also beim direkten Vergleich DVB-S2 gegen Stream misst, ist das Delay durch das Hosting und den eigenen Client. Wenn der Hoster gut ist, misst man eigentlich nur den Puffer des Clients - und den kann man sich in der Regel eh nicht aussuchen.

Eigentlich eine fruchtlose Diskussion für Konsumenten im Rahmen der WM - das ist eher eine Diskussion für Leute, die sowas implementieren oder verkaufen...

Und was mir als Möglichkeit fehlt: Der Mediaportal TVServer oder SatIP. Beide Lösungen bringen das DVB-S2-Signal mit minimalem Delay ins Netz - und da lässt es sich dann per WLAN-Brücken oder Kabel relativ problemlos überall hintragen. 100 Meter billiges Ethernet-Kabel, vorne und hinten ein Stecker drauf gecrimpt, kosten 25 Euro...

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