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Re: Warum das Rad neu erfinden??

Helmrich Consulting (info@helmrich-consulting.de) schrieb am 1. Februar
2000:

> In Finnland hat man diese Technologie schon in der Erprobung, warum
> also nicht das finnische System übernehmen?

Ist doch nichts Neues.
Wenn etwas bereits existiert oder sich gar anderswo bereits als
praktikabel bewährt hat, ist das doch für die inkompetenten
EG-Technologiebürokraten DER Grund, einen Alternativstandard aus dem
Boden zu stampfen.

Siehe beispielsweise das jahrzehntelanghe Trauerspiel rund um die
Normen beim Satellitenfernsehen.
Da haben die Eurokraten mit immer neuen Schikanen durchzusetzen
versucht, daß nicht das bewährte PAL (oder auch SECAM)
Übertragungsverfahren in Verbindung mit linearer Polarisation und
Verwendung des 11GHz Bandes (alles Systeme, die sich, wie gesagt, schon
z.T. jahrzehntelang in der Praxis bewährt hatten und für die es auch
schon für Otto Normalverbraucher halbwegs bezahlbares
Empfangs-Equipment gab) zum Standard beim Satelliten-Direktempfang
wurden, sondern jeweils dazu vorsätzlich auf inkompatibel getrimmte
Verfahren, sprich Zirkular-Polarisation, 12GHz-Band und last but not
least das absolut überflüssige D2MAC-Übertragungsverfahren.

Letzteres übrigens nicht zuletzt eine Gefälligkeitsentscheidung der EG
zugunsten des französischen Staatskonzerns Thomson, der das (C) an
diesem verfehlten System hatte.

Was dabei herauskam, nämlich ein mickriger 4-Kanal-Satellit, der auch
erst beim zweiten Anlauf überhaupt funktionsfähig war.
Wäre ja zu auch viel erwartet, daß bei der Telekom (bzw. damals noch
Teutsche Bummel-Post) mal etwas auf Anhieb funktioniert...

Als dann mit Astra ein Konkurrenzsystem mit weit überlegenen
Marktchancen an den Start ging (eben nicht zuletzt duch Verwendung
etablierter Standards anstelle irgendwelcher wichsigen
Eurokraten-Egotrips), begann ein endloser Kleinkrieg der Eurokraten mit
etlichen Versuchen, Programmanbieter und Satellitenbetreiber zur
ausschließlichen (später "nur" noch zur parallelen) Ausstrahlung in
D2MAC zu zwingen, und der Unterhaltungselektronik-Industrie sollte die
zwangsweise Ausrüstung aller neu ausgelieferten Fernseher und
Videorecorder mit D2MAC-Decodern aufs Auge gedrückt werden.

Und das selbst dann noch, als bereits marktreife volldigitale
Übertragungsverfahren vor der Tür standen, D2MAC also selbst als
"Übergangsstandard" (digitale Tonübertragung, Bildsignal aber weiterhin
analog) jegliche Existenzberechtigung verloren hatte.

Von dem parallel laufenden Treuerspiel mit HD-MAC, das nie auch nur
halbwegs richtig funktionierte, mal ganz zu schweigen.

Wieso sollte das alles jetzt beim digitalen Perso anders sein?

Schließlich haben unsere Politiker gerade mal wieder bewiesen, daß sie
zu so ziemlich allem fähig sind - nur nicht des Lernens!


 

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