Avatar von Erwin Hoffmann

574 Beiträge seit 04.12.2000

Physik hilft ....

das Ganze zu verstehen:

a) Wir denken daran, wie der Schall sich ausbreitet: c = l * f; c ist die Schallgeschwindigkeit 330 m/s, l ist die Wellenlänge und f die Frequenz.
b) Um 'Schall' zu hören, braucht es die Rezeption von Schwingungen.
c) Die Entfernung der KH Wandler vom Trommelfell beträgt (je nachdem wo sich diese befindet) einige wenige Zentimetern.

Aufgrund von a) können wir grob abschätzen, dass eine eigentliche 'Schallwellenausbreitung' erst ab etwa 5 kHz gegeben ist.

Daraus folgt, dass wir nicht den Schall (wie bei Lautsprechern), sondern Druckunterschiede bei der KH Wiedergabe realisieren: Kopfhörer (auch offene) sind vornehmlich Druckkammerwandler.

Es ist vollkommen klar, dass hierbei das Anliegen des KH, Resonanzen des Gehäuses und des Kopfes massgeblich den Höreindruck (= 'Frequenzgang' bzw. 'Frequenzempfinden') beeinflussen. Deshalb gibt es ja auch die Aussenohr-Übertragungsfunktion HRTF.

Wurde in der c't schon mal behandelt:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Surround-Kopfhoerer-Warum-sie-alle-nichts-taugen-und-was-man-dagegen-tun-kann-3492067.html

(Der og. Zusammenhang blieb dem Autor offensichtlich verschlossen.)

Das ist beileibe nichts Neues. Es ist nur erstaunlich, dass trotz dieses Wissens viele KHs 'Tröten' sind. Meine liebste Tröte ist der Sennheiser HD-404; der vor 50 Jahren auf den Markt kam und für kopfbezogene Stereophonie angepriesen wurde. Natürlich kann Sennheiser auch 'gute' KH bauen: Paradebeispiel ist mein HD 250 Linear; einen der ersten Diffusfeld-entzerrten KHs.

Ein relativ guter, geschlossener KH ist der PreSonus HD7, der allerdings an meinem Kopf eine Bassanhebung (geschlossener KH!) von etwa 16 dB gegenüber einem Stax Lambda produziert; was auch nicht schön ist.

Was mich beim Lesen des Artikels wundert, ist, dass diese Sachverhalte nicht rübergebracht werden. Langsam sollte es an der Zeit sein, den KH Hype mit einigen grundlegenden Fakten zu untermauern, anstatt immer nur dieselben sinnlosen Statements zu fabrizieren.

mfg.
--eh.

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