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  • Oliver__

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Re: Mit Pascal wurde ich nie richtig warm (wurde in der Schule gelehrt), habe nu

DeDeConucmak schrieb am 17.02.2019 09:29:

Ich war dann mal einen Diplomanden an der ETH-Zurich besuchen, in den Labors,
das waren strenge Sicherheitsvorschriften, lauter wassergekühlte Crays, SGI Kolosse, Parsytec-Cluster, 100MBit Netze, Fortran und C-Programmierer, alles Unix.
Keine Liliths, kein Pascal, kein Oberon. Auf meine Fragen hin schwitzerdütschten sie was,
was sich so anhörte, einen Herrn Wirth oder Pascal oder Oberon kennen sie nicht hier.
Vielleicht hat der Diplomand mich aber in die UNI Zurich geführt.
Der Durchbruch für Windows kam dann mit der in C/C++ geschriebenen Variante,
die mit den gratis Unix-Sockets (Win3.11) dazu, damit man ins Web konnte.
Das waren Dinge, die Wirth immer despektierlich abfertigte.

In welchem Jahr war denn das? ;) Da du Win3.11 erwähntest, muss das ja so um 1990 herum gewesen sein...

Also an "strenge Sicherheitsvorschriften" mag ich micht nicht erinnern. Aber ja, als z.B. 4.-Semestriger hattest du nichts in den Doktorandenräumen verloren, klar. In demselben Sinne, wie wenn du als "Fachstudent" (Das "Fachstudium" fing an der ETH mit dem 5. Informatiksemester an) in der Mensa dem Erstsemstrigen am Tisch gesagt hattest: "Ihr seid jetzt fertig mit Essen, ja?" und die dann schleunigst aufzustehen hatten ;)

Was du aber wohl mit "lauter wassergekühlte Crays, SGI Kolosse, Parsytec-Cluster, 100MBit Netze" meinst ist der "Visualisation Dome" (kurz VisDome genannt), also der Raum unter der "ETH Kuppel" des Hauptgebäudes, wo in der Tat hochkarätige SGIs stehen (oder standen - wie es heute ausschaut, weiss ich nicht). Dort war der Zutritt meiner Erinnerung nach auch nicht wirklich "abgesichtert" - also nicht mehr als vom Sicherheitsdienst alle anderen Räumlichkeiten der ETH auch - aber dort war schon eher ein "Uhhhh.... jetzt bin ich WIRKLICH in einem speziellen Raum"-feeling... also sowas wie auf der Brücke der Enterprise!

Wenn du aber wirklich Crays im Einsatz gesehen hast, dann warst du wohl weit vor 1994 an der ETH zu Besuch: die einzige Cray, an welche ich mich erinnern kann, war bereits als Sitzbank im Eingangsbereich des Informatikgebäudes umfunktioniert ;) Die hochkarätigen Computer waren - zumindest in den von Studenten/Doktoranden zugänglichen Labors, allesamt SGIs (für normalsterbliche Studenten waren SUN Sparcs weitverbreitet - nebst einem Park an Ceres 3 / Oberon-Rechnern, versteht sich :)).

(Aber vielleicht hattest du ja wirklich Zutritt zu einem "number crunching"-Rechenraum der ETH, und ich will nicht auschliessen, dass dort auch nach 1994 noch Crays im Einsatz waren...)

ABER: Wenn zu dieser Zeit (also bis sagen wir 2000, weil Professor Wirth gab ja noch bis 1999 Unterricht) niemand Oberon bzw. Professor Wirth kannte, dann wurdest du wohl tatsächlich an die Uni (das Uni Hauptgebäude steht keine 500 Meter neben dem ETH Hauptgebäude) geführt - (an der Uni lernt man "Wirtschaftsinformatik" und an der ETH eben "richtige Informatik" ;))

Und bezüglich "network stack": das war nicht etwas, was Professor Wirth grundsätzlich "despektierlich abfertigte"! Alle Ceres-3 Rechner waren grundsäztlich in einem Netzwerk zusammengeschlossen - basierend auf dem SCSI Protokoll! ;)

Und ja, es war tatsächlich so: da dieses Protokoll grundsätzlich immer bloss einem Gerät erklaubt, den Bus zu belegen, konnte immer bloss ein Gerät auf einmal z.B. ein Dokument auf einem per Netzwerk angeschlossenen Drucker auszugeben. Wenn also eine Horde von 30 Studenten alle gleichzeitig die vom Assistenten gerade freigegebene "Musterlösung" auszudrucken wollten, waren 29 Ceres-3 Rechner erst einmal blockiert - und dank fehlendem "Multitasking" also wirklich blockiert ;)

Gruss, Oliver

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