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Re: Wieder eine neue Programmiersprache?

MetaCircularEvaluator schrieb am 12.08.2017 20:45:

Pengolodh schrieb am 11.08.2017 11:46:

Swift macht vieles richtig, was andere Sprachen falsch machen (Java zu geschwätzig, Go zu simpel, Scala zu komplex,...), übernimmt aber durchaus Sachen, die dort vernünftig sind.

Swift macht vieles richtig, soweit Zustimmung.

Aber wenn die alle Features eingebaut haben die in eine moderne Sprache gehören, wage ich zu bezweifeln, dass das "Gesamtkunstwerk" weniger komplex sein wird als Scala. Nur statt auf einen simplen Kern aufzubauen, werden Features ad hoc hinzugefügt. Das ist imo etwas dass so ziemlich jede Sprache falsch macht. Swift ist hier auch keine Ausnahme. Scala hingegen als "scalable language" hat sich aber genau zu dem Punkt von Anfang an Gedanken gemacht.

Die primäre Motivation bei Swift ist aber eine ganz pragmatische, ja eben die zukünftig möglichst von allen Entwicklern der Apple-Plattformen eingesetzte Sprache zu werden (daß Swift inzwischen auch schon darüber hinaus geht, ist eine andere Sache).

Und man merkt man auch an etlichen Entscheidungen in Swift, daß die nicht primär nach theoretischen Überlegungen erfolgt sind, sondern nach Abwägung ganz praktischer Aspekte wie Erlernbarkeit, Vermeidung von fehleranfälligen Konstrukten (und dazu gehört zum Beispiel auch Integer-Arithmetik, die in Swift standardmäßig Überlaufs-Checks verpaßt bekommen hat) und konkreter Performance.

Primär theoretisch konstruierte Sprachen legen die Schwerpunkte eher auf möglichst orthogonale Abstraktion und ähnliche Dinge, die in der Praxis aber oft problematische Nebeneffekte mit sich bringen.

Letztlich enthält jede praktisch eingesetzte Sprache immer Kompromisse, und bei Swift sind die sehr deutlich an der Praxis orientiert.

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