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mehr als 1000 Beiträge seit 08.12.2000

Staatlich verordnete Hintertüren...

... sind so ziemlich das Dämlichste was man fordern kann, liebe Politiker.

Man sollte diesen Artikel zur Pflichtlektüre für "Sicherheitspolitiker" machen, die sie immer noch fordern, weil:

1. "Security by obscurity" funktioniert auf Dauer nicht. Die Hintertür wird bekannt und wird von Leuten genutzt, die Ihr garantiert nicht auf dem Schirm habt.

2. Wenn es herauskommt, traut Euch und den Lieferanten niemand mehr.

3. Der Schaden ist damit weit grösser als der Nutzen - für alle Beteiligten.

Stellt Euch folgende Situation vor:

Firma A möchte Firma B möglichst günstig übernehmen. Man "besorgt" sich also Informationen über die von Firma B verwendete IT-Infrastruktur (dazu gibt es schier endlos Möglichkeiten) und engagiert Hacker, um Firma B zu sabotieren. Anschliessend kauft man in dem entstehenden Tohuwabohu die "Reste" (der Kundenstamm und ggf. Patente dürften das Wertvollste sein) für einen Apfel und ein Ei.

Wenn nun irgendwer Wind davon bekommt, dass die von Euch geforderte Hintertür dafür verantwortlich war, könnt Ihr Euch den "Job nach der Politik" abschminken.

Nicht schlimm genug? Nehmen wir ein anderes Szenario: (Worst Case)

Land A möchte Land B wirtschaftlich stark schwächen ("plattmachen" wäre zu viel gesagt). Land A besorgt sich Informationen über die IT-Infrastruktur von Land B ujnd bringt Hacker in Stellung. Kurz darauf bricht in Land B mit eienm Schlag die Strom- und Wasserversorgung sowie Internet und Telefonnetz zusammen. Folge: Bürgerkriegsähnliche Zustände, die Wirtschaft bricht völlig zusammen. Möglicherweise kommt es zu einem Krieg.

Was nun, wenn die Bürger herausbekommen, dass die von Euch verordneten Hintertüren genutzt wurden? Dann möchte ich nicht in Eurer Haut stecken.

Als ob heutige IT nicht genug Sicherheitslücken hätte - setzt da nicht auch noch mehr "staatlich verordnete Hintertüren" und geschwächte Verschlüsselung drauf. Das ist sowas von dämlich und hat absehbar schlimme Folgen.

Dem Wähler bleibt nur die "Putativnotwehr", indem er diese Politiker nicht mehr wählt und hofft, dass andere Politiker nicht den selben Unfug treiben.

Wer Hintertüren fordert, stellt seine eigene Inkompetenz zur Schau und sagt damit aus, dass er keinesfalls wiedergewählt werden will.

RSP.

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