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  • fr.osch

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Re: PRTG und Open Source

Ganz unabhängig von den Sicherheitslücken würde ich diese Firma und ihre Produkte weiträumig meiden. Denn die sind sich allen Ernstes nicht zu blöd, Monitoring-Lösungen aus dem Open Source Bereich pauschal zu diffamieren:

https://www.de.paessler.com/campaign/scale/open-source

Die Seite enthält so ziemlich jeden bekannten FUD. Open Source Befürworter seien "Jünger", man müsse alles "von Hand bauen". Open Source Monitoring Software wird stillschweigend mit Nagios gleichgesetzt, ohne zu erwähnen, dass es modernere Lösungen wie Icinga, Zabbix und Check_MK gibt. Der vermeintliche finanzielle Vorteil von PRTG wird dadurch "erreichnet", dass man Nagios einen um Faktor 2,75 höheren Einrichtungsaufwand attestiert und mit einem gesalzenen Tagessatz rechnet.

Das ganze erinnert ein bisschen an die Microsoft-Werbung für Windows 2000 mit den mutierenden Pinguinen. Damals war das noch spaßig. Im Jahr 2018 einfach nur lächerlich.

Vielen Dank für den Link. Das ist echt krass.

So ist zum Beispiel völlig unklar, warum man für dieselbe Leistung ("Wachstums-Anpassungen während der ersten 12 Monate": 1x neuer VM-Host, 10x virtuelle Server, 1x Storage, 1x neuer Standort) nur einen Tag bei PRTG veranschlagt, aber drei bei Nagios - obwohl es dabei gar nicht spezifisch um die eingesetzte Software geht. Diese Zahlen finden sich nämlich in dem originalen Excel-Sheet (auf der Webseite sind sie dann bestimmt nur versehentlich vertauscht mit dem Punkt davor "Änderung innerhalb von 90 Tagen").

Dass man bei einem "vCenter (20 VMs)" bei PRTG "Vmware Virtual Machine, Windows CPU, Windows Network Card, WMI free Disk, WMI Process, WMI Service, WMI Vital System Data" aktiviert, bei Nagios aber "je VM Vorlage Win-System, Vorlage AV-Sophos, Vorlage HW-VM", ist auch fragwürdig: "AV-Sophos" bezieht sich wohl auf eine Antiviren-Lösung, die bei PRTG gar nicht erst berücksichtigt wird. Wird da wirklich ein vergleichbares System aufgestellt?

Seriös geht auf jeden Fall anders. Da weiß man aber immerhin, was man von dieser Firma zu halten hat.

fr.osch

P.S.: Die Excel-Datei wird übrigens ohne Content Type zurückgeliefert, das ist natürlich nicht schön. Dafür steht drin, wer die alles bearbeitet hat - die letzte Änderung stammt natürlich... von der Marketing Managerin.

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