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Re: @Heise - Security Verständnis bei Snappy

cbmuser schrieb am 25.04.2016 18:41:

Nein, LESEN, man, LESEN:

Snap packages run confined under a restrictive security sandbox by default. The security policies and store policies work together to allow developers to quickly update their applications and to provide safety to end users.

So, nochmal für dich, weil du meinen Punkt anscheinend nicht verstehen willst:

Fabian Scherschel schreibt in dem Artikel folgenden Satz:

"Nutzer können Snaps installieren, ohne sich darüber Sorgen machen zu müssen, ob sie ihr System oder andere Apps beeinflussen."
– Olli Ries, Canonical´

Und fängt anschließend an zu erläutern, dass Ubuntu ja total gefährlich und unsicher sei, ja inhaltlich sogar so extremer Quatsch ist, weil ein jahrealter X11-Bug immer noch nicht behoben sei und auch Snappy daran nichts ändere.

Seinen Quote hat er auf der von ihm verlinkten Presseerklärung (https://insights.ubuntu.com/2016/04/13/snaps-for-classic-ubuntu/) gezogen.

Dort steht der Satz (auf Englisch) wie folgt:

The security mechanisms in snap packages allow us to open up the platform for much faster iteration across all of our flavours as snap applications are isolated from the rest of the system. Users can install a snap without having to worry whether it will have an impact on their other apps or their system. Similarly, developers have a much better handle on the update cycle as they can decide to bundle specific versions of a library with their app. Transactional updates make deployments of snap packages more robust and reliable.

Ich habe den Satz mal hervorgehoben.

Man muss nun beim besten Willen kein Goethe sein um zu erkennen, dass da noch mehr Sätze davor und danach stehen. Und man muss auch keine Germanistik studiert haben um sehen zu können, dass der Satz in dem Absatz durchaus auch ganz anders verstanden werden kann. Scherschels Zitat ist also aus seinem Gesamtzusammenhang gerissen.

Es ist völlig egal, ob Scherschel mit seinem Artikel tatsächlich Recht hat oder nicht, aber alleine das Rausreißen des Satzes aus seinem Zusammenhang ist schon extrem schlechter Stil und beweist den Unwillen, sich fair und unvoreingenommen mit dem Thema zu befassen.

Darüber hinaus ist es ein absolutes Unding, dass Herr Scherschel es offensichtlich für völlig unnötig hielt, diese von ihm (angeblich) festgestellte Diskrepanz mal beim Hersteller selbst anzufragen. DAS musste erst ein Forenleser machen und erhielt fast augenblicklich einen Link zu einem sehr ausführlichen Blogeintrag eines Entwicklers, der auf diesen Punkt mehr als ausführlich eingeht.

Darüber könnte man aber eventuell sogar noch hinweg sehen, wenn der Autor wenigstens genug Eier in der Hose hätte, seinen Fehler einzusehen und sich zu korrigieren. Stattdessen pöbelt er hier rum, dass seine Sicht der Dintge die einzig Wahre ist und Nachfragen Blödsinn ist, weil er ja die Pressemeldung gelesen habe.

Kurzum: Das ist extrem mieser Journalismus - und das in einer Zeit, in der die Presse allgemein schon einen schweren Stand in Deutschland hat.

Ich habe bisher geglaubt, dass zumindest bei Heise/bei der c't halbwegs vernünftige Leute sitzen, die ihr Geschreibsel durchaus vorher gegenprüfen und vielleicht mal einen Kollegen die Zitate checken lassen.

Ich habe mich getäuscht. Heise hat seine Reputation für mich eingebüßt.

Gruß Ronny

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