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XP vs Win 10 vs Linux? - Re: Was mich ärgern würde,

AikoTomoko schrieb am 31.01.2019 14:53:

MS verlangt sehr viel Geld für Windows.

Die meisten kriegen es auf einem Gerät mitgeliefert. Und wenn man dann Linux installiert, hat man auch nichts gespart. Klar, Win ist im Gerätepreis irgendwie drin, aber "sehr viel Geld?" Und komplexe Software hat immer Fehler. Das ist bei einer beliebigen Linux-Distro auch so.

Als Gegenleistung erhält man von dem Milliarden schweren Unternehmen immer wieder mal einen Rüffel.

Welchen Rüffel?

Der Eindruck, die Taschen sind finanziell bis zum bersten gefüllt, die Schmerzgrenze der Kunden noch nicht erreicht, also alles bestens (für Microsoft), kommt immer mehr hoch. Geld machen mit wenig Aufwand wie nur möglich. Das muss schief gehen.

Die haben viel Aufwand. Und die Kunden könnten ja wechseln. Zu Apple, wo es noch mehr kostet. Oder zu Linux, wo halt jede Distro anders ist, wo die komplexen Worddokumente aus dem Büro nicht mehr vernünftig aussehen und wo der User immer mal gesagt kriegt, dass er um ans Ziel zu kommen irgendwo eine Source runterladen und selbst kompilieren soll.

Vielleicht ist Linux nicht das Non Plus Ultra, aber solche Dinge sind undenkbar.

Deswegen gibt es auch Hunderte von Linux-Hilfeseiten mit Abertausenden von Einträgen verzweifelter Anwender im Web.

Die Qualität von Windows XP ist bis dato unerreicht. Nicht umsonst hielt sich XP so hartnäckig.

Das hielt sich nicht hartnäckig, weil User neuere Windowse getestet und für schlechter befunden hätten und zu XP zurückgekehr wären, sondern teils weil der alte PC die Systemanforderungen neuer Windowse nicht erfüllte, teils weil der typische Anwender faul und/oder ängstlich ist, teils weil ein Teil der installierten SW auf dem neuen Win nicht mehr lief, teils weil das ehemalige Installationsmedium nicht mehr vorhanden war. Heute, wo viel mehr über das Web läuft und der Browser ein ständig updatendes Sub-Betriebssystem ist, wo man zudem aus dem Web downloaded, ist das Problem des Umstiegaufwands wesentlich geringer. Aber Leute, die Angst vor einer neuen geänderten Oberfläche haben gab es schon immer. Das war beim Wechsel von DOS nach Windows auch extrem. Sogar Firmen beharrten darauf, dass sie die neue Version der Anwendung auf DOS laufen lassen wollten und sagten Dinge wie "Windows werden wir nie einsetzen!" So wie später nahezu niemand die Cloud, niemand die 365-Versionen und Abos je benutzen wollte.

Das lief nämlich ab SP1 und lief, und lief, und lief ... wenn man nicht selber Müll gebaut hatte, war es genauso langweilig wie heute unter Linux zu arbeiten.

DOS 3.3 war noch stabiler, und die Univac1100 ist bei uns zwischen 1982 und 1984 nicht ein mal abgestürzt!
Dummerweise kann XP vieles nicht, was heute selbstverständlich ist, und viele moderne Anwendungen würden darauf nicht laufen. Win 10 und moderne Linuxdistris sind wesentlich komplexer und leistungsfähiger. Und die Anzahl der Fehler pro LOC ist heute vielleicht sogar geringer (aufgrund von unterstützenden Softwaretools und heutiger Editoren), die Anzahl LOC ist aber dramatisch gewachsen. Absolute Fehlerfreiheit gibt es nirgends, auch nicht bei Linux. In umfangreichen Distro-Paketen stecken üblicherweise immer eine ganze Menge fehlerhafter, halbfertiger und/oder inkompatibler Tools und Anwendungen. Alleine zum Thema Filesysteme könnte man darüber lange referieren.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (31.01.2019 16:23).

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