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  • wissen ist ohnmacht

mehr als 1000 Beiträge seit 26.04.2007

Also ich habe mittlerweile auch ein mulmiges Gefühl

Die vom Autor erwähnte Problematik bereitet mir persönlich auch schon seit Jahren Kopfzerbrechen: Welchen Antivirenherstellern kann man heutzutage eigentlich noch vertrauen?

Fakt ist, dass ich im Laufe der Jahre zahlreiche Antivirenprogramme getestet habe, aber so richtig überzeugt hat mich kein einziges davon.

Entweder die Updates funktionieren manchmal nicht mehr, Patches hängen sich beim laden oder installieren auf, die Firmen werden plötzlich über Nacht verkauft, oft werden absurde Meldungen geliefert (wie vom Autor ja bereits erwähnt), die Software lässt sich nicht akurat deinstallieren, fast immer kann man keine 2 Antivirentools parallel laufen lassen (oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten), ach und so weiter - es ist wahrhaft schlimm geworden!

Dass Firmen dann auch noch gezwungen werden können, bestimmte Viren oder Trojaner erst gar nicht ermitteln zu dürfen, das setzt dem ganzen dann die Krone auf, lol!

Es müsste meiner Meinung nach eine "Stiftung AntiVirus" gegründet werden, und zwar eine in jeder Hinsicht unabhängige und vertrauenswürdige Stiftung! Schon schlimm genug, dass man sich als Standarduser schon mit unzähligen anderen Computerproblemen rumärgern muss, dann auch noch sowas...

Diese superschlauen Geheimdienste sind leider so ziemlich omnipotent und dürfen offenbar ungestraft schalten und walten wie sie wollen. Vermutlich können die jede beliebige Softwarefirma einfach kaufen, möglicherweise sogar mit Geld aus der Portokasse. Und wer nicht mitspielt, der wird kurzerhand erpresst oder systematisch niedergemacht?

Diese zwangsimplementierten Backdoors können ja nicht nur von den Eliteschnüfflern genutzt werden, da gehts dann schon los. Ob eine Veröffentlichung der Whitelists überhaupt Sinn ergibt, das wage ich aber parallel auch zu bezweifeln, denn das könnten gewisse Leute leider ebenfalls für ihre kriminellen Zwecke ausnutzen.

Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass wir demnächst alle nur noch in irgendeiner dubiosen Cloud landen und selbst gar keine externen Datenspeicher mehr haben dürfen. So können dann sämtliche Aktivitäten von uns im Web permanent in Echtzeit beobachtet und aufgezeichnet werden, na herzerfrischend!

Manche mögen das eventuell erstrebenswert finden, aber ich habe echt keine Lust, mich rund um die Uhr 24/7 beobachtet, überwacht und heimlich ausspioniert fühlen zu müssen. Ihr etwa?

Wenn "Doris Dauerwuschig" unbedingt meint, "Norbert Notgeil" im Web freiwillig selbstgemachte Erotikfilmchen zeigen zu müssen, dann habe ich echt kein Problem damit. Aber wenn ich mir sowas dann auch mal ansehe, dann will ich deswegen weder ein schlechtes Gewissen haben, noch mich dabei heimlich beobachten lassen - womöglich wird man wegen sowas dann auch noch abgemahnt...

Und meine Privatsphäre will ich deswegen schon gar nicht aufgeben, denn warum auch? Was heute noch legal und moralisch einwandfrei ist, das kann morgen schon illegal sein und plötzlich strengstens verboten werden.

Wenn also dann die Anbieter x-beliebigen Content im Internet anbieten, die Geheimdienste dann dafür sorgen, dass sich die Konsumenten dabei irgendwelche üblen Viren einfangen und die Antivirenhersteller dazu gezwungen werden können, diese Machenschaften tolerieren und ignorieren zu müssen, dann sehe ich echt schwarz für die Zukunft des Internets!

Es muss eine globale und weltweit operierende Instanz entstehen, die derartige Sauereien (und damit meine ich keineswegs harmlose Pornos) schnellstmöglich erkennen und verhindern können. Denn ansonsten können wir uns ja alle sofort in jedem Raum Webcams mit Mikrofonen installieren und diese dann für alle zugänglich machen und chronisch freischalten...

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