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129 Beiträge seit 13.04.2021

Re: Was ist, wenn der Open Source Autor seine Software wieder einzieht?

racor05 schrieb am 16.04.2021 16:27:

Zeh Programmierer schrieb am 16.04.2021 13:42:

Open Source wird international so gehandhabt, wie Kunst. Als Künstler kannst du, wenn du die Rechte nicht verkauft hast, jedem verbieten, dein Kunstwerk zu verbreiten.

Im Grundsatz hast Du damit zwar recht, doch steckt der Teufel im Detail.

- Alle ernstzunehmenden OpenSource-Lizenzen beinhalten eine "irrevocablity" Klausel, die das Zurückziehen einer Lizenz unterbinden und eine "redistributability" Klausel, die Weitergabe erlaubt. Bei derartigen Lizenzen können Original-Lizenzgeber ihre Quellen zwar umlizensieren und Ihre Quellen zurückziehen, sie können aber nicht verhindern, dass andere ihren alten Quellcode unter ihrer alten Lizenz weiterverbreiten.
Lizenzen, die derartige Klauseln nicht enthalten sind nicht "frei" und sollten nicht verwendet werden.

- "Copyright assignments" (Verkaufen der Urheberrechte) von "Kunstwerken" ist speziell in D, ein ganz heisses Kapitel. In D ist das bei Kunstwerken vom Grundgesetz untersagt und damit faktisch nicht möglich.
Rechtlich nicht geklärt ist, ob freiwillig, aus eigenem Antrieb geschriebene Open Source in D unter dieses Schutzrecht fällt. Die Meinungen von Rechtsexperten gehen auseinander.

Nun, du bleibst ewig der Urheber des Werkes. Die Nutzungsrechte sind durchaus veräußerbar.

Als Urheber - mit vollen Rechten daran - aber kann ich jederzeit mein Werk zurückziehen und wie weitere Nutzung unterbinden. Pharo Smalltalk hat daher alles unter MIT entwickelt mit einer Art Gesellschaftsvertrag daran angekoppelt. Da kann man dann nicht mehr "aussteigen", sozusagen. Verschenkt ist verschenkt! ;-)

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