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  • Zynischer Beobachter

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Re: Wiedereinsteiger und diverse Fragen Debian/HEVC/...

Vielleicht etwas spät, aber was solls...
Ich habe nicht auf alles eine Antwort, gehe unten aber auf das ein, wo ich Auskunft geben kann, nach bestem Wissen und Gewissen.

Aber vorweg die Empfehlung: debian-user (gern auch de) Mailingliste und/oder Forum. Entgegen landläufiger Meinung herrscht dort ein sehr ziviler Umgang. So lange man seine "Hausaufgaben" gemacht hat und nicht nur das Händchen gehalten haben will, bekommt man da wirklich gut geholfen.
Die Dokumentation ist bei Debian auch sehr schön. Es lohnt sich wirklich für systemadministrative Sachen den "Debian Way" zu lernen. Das braucht aber einfach etwas Zeit.

SingulariX schrieb am 23.06.2019 03:26:

Habe mir nun ein paar Distributionen angesehen, Ubuntu will ich nicht wegen deren Philosophie, bei Arch bin ich bei der Grubinstallation und UEFI gestolpert also habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Debian getestet. Lief auf Anhieb. Die Installation supereasy und das Teil ist pfeilschnell. 3 Sekunden für einen vollständigen Boot inkl Plasma! Das muss man sich mal vorstellen! Jegliche Hardware funktioniert auf Anhieb: LAN, WLAN, Bluetooth, Touchpad, Touchscreen; GPU, einfach alles ohne auch nur irgendwas einzustellen. FANTASTISCH!

Ja, wenn die Hardware nur abgehangen genug ist, kann Debian richtig glänzen. Und das Beste: das bleibt auch so, Regressionen ab dem Punkt eigentlich ausgeschlossen.

Deswegen habe ich ein paar Fragen:

Das Ding soll ein Medienzuspieler sein für meinen TV. Es soll auf SMB Shares zugreifen und von dort h264 und HEVC h265 Videos abspielen. Ich will damit im Netz surfen können und mittels Browser will ich auch Videos abspielen können (Synology Videostation).

Und da beginnen gleich die Probleme. Firefox war schon vorinstalliert; spielt mir aber kein HEVC ab. Chromium hat den Codec sowieso nicht, also habe ich mir Chrome installiert nur um dann feststellen zu müssen dass Google HEVC in der Linuxversion ausgenommen hat.

-) Welcher Browser unterstützt HEVC unter Linux?

Keiner, von dem ich weiß. Das hat wohl auch mit dem Sumpf an Patenten und Lizenzen zu tun. AV1 gehört deshalb wohl die Zukunft, ist aber noch nicht komplett produktionsreif, weshalb auch keine HW-Unterstützung existiert. Aber Firefox und Chrome unterstützen die Dekodierung in Software bereits.
Ich schaue aber mittlerweile nur noch äußerst selten Videos direkt im Browser. Ich nutze youtuble-dl und mpv (einfach mal im Web suchen): Link aus Browser kopieren und mit mpv abspielen lassen, welche per hook mit youtube-dl den Stream direkt abspielt. Damit steht die komplette Benutzeroberfläche eines echten Mediaplayers zur Verfügung und alle seine Codecs, wie z.B. ein hardwarebeschleunigter HEVC-Codec, wenn entspr. HW vorhanden und unterstützt.

Weiter zu den Medienplayern: Habe nun ein paar ausprobiert; alle spielen alles ab, sehen bloß anders aus. Aber keiner von Ihnen kann problemlos direkt von den SMB Shares abspielen (smb://), was mich zu dem Punkt bringt dass ich die Shares fix einbinden muss. Damals hatte ich mir SMB Shares ganz simpel in die fstab geschmissen. Heute klappt das nichtmehr weil die Netzwerkverbindung (WLAN) erst später gestartet wird. Habe schon ein paar Tutorials gelesen, aber das sind Seitenlange und komplexe Texte. Das muss doch auch einfacher gehen.

Das klingt nach nem Job für sustemd's Abhängigkeitssystem. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen: das Target local-fs kann so konfiguriert werden, dass es vom Target network-online abhängt, womit dann sicher gestellt ist, dass das Netzwerk bereit ist, wenn die fstab abgearbeitet wird. Die schnelle Bootzeit wird durch massive Asynchronität erreicht, dann müssen Abhängigkeiten ggf. angepasst werden.
Eleganter könnte das ganz sicher mit ner eigenen (Auto)Mount-unit in systemd gelöst werden, in der einfach die Netzwerkabhängigkeit definiert ist. Bin jetzt zu faul die genaue Syntax rauszusuchen, aber

Wants=network-online.target

o.ä. an der richtigen Stelle sollte es tun. Die richtige Stelle ist das Entscheidende. Was mir immer wieder in Tutorials auffällt: "das muss in /lib/systemd/... geändert werden"; NEEEIIIIINNNN!!1 Das muss in /etc/systemd/... richitig eingepflegt werden. Ansonsten kann schon das nächste Systemupdate Deine Einstellungen in /lib überschreiben.

Und ein weiterer Punkt für den Anfang: Wie verwalte ich die Software mittels GUI? Apper war zwar schon vorinstalliert, aber damit werde ich nicht warm. Es wirkt wie der unfertige kastrierte Bruder von dem was ich von damals kenne.

-) Welche GUI nutze ich am besten in Debian Plasma zur Paketverwaltung? Aptitude?

Unbedingt Aptitude. Es gibt da schlicht nichts besseres, auch wenn man "nur" eine Terminalanwendung bekommt. Kein Werkzeug kommt an den Funktionsumfang und die Flexibiltät von Aptitude ran. Synaptic soll als "echte GUI" nicht unerwähnt bleiben, kann aber bei den ganzen fortgeschrittenen Features nicht annähernd mithalten.

Man sollte allerdings etwas vorsichtig mit dem Mix dieser Tools sein. So kann es passieren, dass ein mal schnell auf der Kommandozeille mittels

apt install <paket>

installiertes Paket von aptitude zur Deinstallation vorgeschlagen wird, weil es eine eigene Datenbank nutzt. Mittlerweile sind das aber eher kosmetische Probleme. Synaptic, aptitude, apt und apt-get harmonieren eigentlich ganz gut miteinander, wenn man eben die kleinen quirks kennt. Wirklich was kaputt geht sowieso nicht, nur durch Nutzung verschiedener Paketverwaltungs-Frontends.

Ein paar Kleinigkeiten die aber nicht so wichtig sind:
Was ist der Unterschied zwischen apt und apt-get?

apt soll apt-get eigentlich komplett abgelöst haben, wenn ich mich recht erinnere. Ab Jessie oder so hieß es jedenfalls sowas in die Richtung. Die meisten Installationsanleitungen im Netz á la

apt-get install ... # funktionieren auch so: apt install ...

Nach meiner Erinnerung war und ist apt-get eigentlich nur ein eher low level tool aus dem Werkzeugkasten namens Advanced Paket Tool (APT). apt als Kommando soll wohl ein runderes Frontend fürs APT sein als apt-get. Allerdings benötige ich für manches dann doch noch apt-get, weil ich den Befehl in apt (noch) nicht finden konnte. Ist aber auch keine Problem apt-get wird so schnell nicht verschwinden, wenn überhaupt jemals.

Wie kann ich automatisch Suspend-to-disk ausführen sobald der Strom weg ist? (Wenn Strom anliegt fährt er hoch; sobald nurnoch Akku aber kein Netzstrom mehr da ist soll er runterfahren).

Ich denke, dass ließe sich über die Bildschirmschonereinstellungen "hacken". Ich kann zu Plasma gar nichts sagen, aber ich denke in die Richtung geht es unabhängig von der Desktopumgebung: Den Timeout für Suspend bei Akkubetrieb einfach auf 0 setzen oder alternativ auf 1 Minute falls 0 nicht zulässig ist.
Ansonsten kann man bestimmt schön mit den events rumhacken... B-)

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (18.07.2019 19:14).

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