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Avatar von dickbrettbohrer
  • dickbrettbohrer

807 Beiträge seit 18.03.2013

"Dein Analdildo ist angekommen"

Mit "Guard Plus" ist der Damm jetzt wohl endgültig gebrochen. Das geht ja nun nur, wenn das Ding ununterbrochen zuhört.

Ich habe seit Längerem diese Geräte im Einsatz, weil mich die Praxis interessierte und nicht das Geschwätz.
Im Wesentlichen überwiegt die Enttäuschung. Alleine der Versuch, ein Familiennetz über mehrere Etagen und zwei Router zusammenzuschalten führte zu fast einem Vierteljahr Supportmails, Überprüfungen, Neuinstallationen, Geräteaustausch etc.

Am Wochenede ist der Service häufig überlastet, was entweder zu langen Reaktionszeiten oder zur Antwort "Ich habe im Moment leider Probleme, dich zu verstehen" führt.

Nach der Ankündigung, man könne sich nun auch flüsternd mit Alexa unterhalten, reagiert sie nur noch, wenn ich sie anschreie. Supportanfragen spare ich mir inzwischen. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, der reichsten Firma der Welt beim Basteln zu helfen. Ausserdem nervt es mich, ständig falsch formatierte Mails entziffern zu müssen, nur weil die Praktikanten dort nicht wissen was UTF-8 ist. Entsprechende Hinweise werden schlicht ignoriert. Das Problem ist wohl unlösbar, vielleicht sollte man eine KI damit betrauen.

Der Versuch, meinem fast blinden Vater das Leben mit Alexa zu erleichtern und ihm die Möglichkeit des Telefonierens per Sprachsteuerung zu geben, scheiterte an der Praxisuntauglichkeit und Unzuverlässigkeit der Komponenten.
Auch alle anderen Erleichterungen, die das System alten Menschen theoretisch bieten könnte, sind schlicht zu kompliziert zu bedienen.

Der Versuch unsere umfangreiche Musiksammlung über entsprechende Geräte zu nutzen, ist bis heute daran gescheitert, dass Echo Link nicht damit zusammenarbeitet. Ich soll das was ich besitze zusätzlich noch mal mieten, obwohl ich weiß, dass ich das was ich will dadurch nicht bekomme. Absurd!

Die Einkaufsliste kann man nutzen. So lange man nichts aussergewöhnliches darauf setzt, klappt das. Ist aber immer wieder für ein Rätsel oder einen Lacher gut. Was allerdings gar nicht geht ist, das man weder etwas davon per Alexa löschen kann, das geht nur in der App, noch die so entstandene Liste sortieren, das geht nirgendwo. Letzteres ist ein no go. Keine Ahnung wer den Quatsch erfunden hat, aber Einkaufen war der noch nie.

Überhaupt sind die meisten Angebote erstaunlich praxisfremd. Ein Beispiel ist die Erinnerungsfunktion. Ich kann mir nicht aussuchen WO ich erinnert werde. In einem Haus mit vielen Räumen und mehreren Etagen ist das ganz schön bescheuert.

Bevor wir mit so etwas wie einer Gewohnheitsanalyse anfangen, müsste erst mal die Sprachanalyse funktionieren. Beispiel aus der Praxis: "Alexa rufe (Name meine Frau) an!" -> "Soll ich Analdildo deiner Einkaufsliste hinzufügen?" -> "Alexa AUS! AUS!"

Und nein, meine Frau heißt nicht mal so ähnlich und ich bestelle auch kein Sexspielzeug über Amazon.

Nach mehr als zwei Jahren im Einsatz ist mein Fazit: obwohl in der Idee eines intelligenten persönlichen Assistenten ein enormes Potential stecken würde, ist das was Amazon daraus gemacht hat bestenfalls unterhaltsam aber der falsche Weg. Das ganze System wirkt undurchdacht, nerdy, praxisfern und zusammengewurstelt. Es ist streckenweise so buggy, dass man über einen kompletten Neustart des gesamten Echo-Bereichs nachdenken sollte. Das ist kein Werkzeug sondern Spielzeug.

Mit einer wachsenden Zahl gutbetuchter Rentner in den Industrieländern, für die die Echo Technologie eine erhebliche Qualitätsverbesserung im täglichen Leben darstellen könnte, gabe es einen großen Markt, wenn sich auch nur irgend jemand im Echo-Team darüber jemals Gedanken gemacht hätte.

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