Avatar von Jörg Schwentesius
  • Jörg Schwentesius

103 Beiträge seit 27.01.2016

Re: Denkfehler

derDilettant schrieb am 02.12.2020 12:13:

Es ging nicht darum Neues herauszufinden sondern zu bewerten wie gut die einzelnen Teilnehmer Neues herausfinden können.

Stell es dir als Klassenarbeit vor. Der Lehrer kannte die Ergebnisse. Die Schüler nicht.
DeepMind hat in unglaublich kurzer Zeit ne 1+ abgeliefert, der Rest nicht mal ne 2.

Erste Frage... Hätte DeepMind schlechter abgeschnitten wenn der Lehrer das Wissen nicht gehabt hätte?

Denkfehler 1: Wenn der Lehrer das Wissen nicht gehabt hätte, hätte er keine Benotung der Arbeiten durchführen können.

Hmmm... Ist ohne Benotung jedes Ergebnis falsch?
Die Benotung ändert nichts am Ergebnis - sie ist nur die Feststellung der Richtigkeit.

Zweite Frage... Das Wissen des Lehrers ist in Jahren gewonnen worden. DeepMind hat dafür nur Bruchteile benötigt. Ist das ein enormer Fortschritt?

Denkfehler 2: Die Verifikation ist nicht möglich. DeepMind hat her ein gutes Ergebnis geliefert, weil man ein Vergleichsergebnis hatte. Welches Wissen würde sich DeepMind denn aneignen, ohne Kontrollinstanz oder Anleitung von außen? Welches Wissen hat DeepMind überhaupt erworben? Keine Verifikation, keine Nachvollziehbarkeit.

DeepMind wusste weder das Ergebnis noch das das Ergebnis bekannt war.
Die Bekanntheit bei Dritten ist ein völlig unabhängiger Fakt.
Welchen Einfluss sollte das auf das Ergebnis haben?

Wieso sollten sich die Ergebnisse nicht prüfen lassen? Die korrekt berechnete Faltung kann man doch durch dessen spezifische Reaktion prüfen.
Selbst wenn die Faltung falsch berechnet wurde hat man schlimmstenfalls ein Medikament das genauso unspezifisch wirkt wie die bisherigen.

Bewerten
- +